Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe Ein Projektträger des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft

 

Standardisierung

Mitwirkung bei nationalen und internationalen Normungsvorhaben

Eine Norm ist ein den Stand der Technik widerspiegelndes Dokument, welches in festgelegten Prozessen innerhalb einer Normungsorganisation entstanden ist. In Deutschland ist das DIN Deutsches Institut für Normung e.V. die für die Normungsarbeit zuständige Institution und sie vertritt auch die deutschen Interessen in den weltweiten und europäischen Normungsorganisationen, wie im Europäischen Komitee für Normung (CEN) und in der Internationalen Organisation für Normung (ISO).Der Begriff Norm ist auch in einer Norm definiert (DIN EN 45020): "Dokument, das mit Konsens erstellt und von einer anerkannten Institution angenommen wurde und das für die allgemeine und wiederkehrende Anwendung Regeln, Leitlinien oder Merkmale für Tätigkeiten oder deren Ergebnisse festlegt (…)."Im Bereich Nachwachsenden Rohstoffe interessante Normen sind z.B. die Normen für feste Biobrennstoffe. In den letzten Jahren wurden 40 Normen zur Terminologie, Brennstoffspezifikationen und -klassen, Qualitätssicherung, Probenahme, physikalische und chemische Analysen und chemischen Eigenschaften veröffentlicht. Die zwei wichtigsten, der neu entwickelten Normen behandeln die Klassifikation und Spezifikation (EN 14961) sowie die Qualitätssicherung (EN 15234) fester Brennstoffe. Beide Normen werden als mehrteilige Normen veröffentlicht. Teil 1 – Allgemeine Anforderungen der EN 14961–  beinhaltet alle festen Biokraftstoffe und ist auf alle Benutzergruppen ausgerichtet.Ein weiteres, bei der Normung relativ neues Themengebiet ist die Nachhaltigkeit von Bioenergie. In Deutschland ist der DIN-Ausschuss 172 „Nachhaltigkeitskriterien für Biomasse“ zuständig für alle Normungsvorhaben auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene, die sich mit dem Thema Nachhaltigkeitskriterien für Biomasse befassen.


Der Ausschuss CEN/TC 383 „Sustainability criteria for biomass” erarbeitet Normen, welche die europäische Erneuerbare-Energien-Richtlinie 2009/28/EG unterstützen. Ziel ist es Kriterien zu definieren, die eine Zertifizierung nachhaltig produzierter Biomasse für Energieanwendungen unterstützen. Nur nachweislich nachhaltig produzierte Biomasse im Sinne der Richtlinie wird auf die zu erfüllenden Quoten für erneuerbare Energien beim Energieverbrauch bzw. für Biokraftstoffe im Transportsektor angerechnet.

 

 

CEN Logo

Die Internationale Organisation für Normung (ISO) arbeitet seit 2010 an der Entwicklung einer  globalen Norm für Nachhaltigkeitskriterien für Bioenergie. Die deutsche Normungsorganisation DIN und das brasilianische Normungsinstitut ABNT haben gemeinsam die Projektleitung und das Sekretariat des Komitees  „ISO/PC 248 Sustainability for Bioenergy“ übernommen.

Nach sechs Jahren intensiver und teilweise kontroverser Beratungen wurde die ISO Norm 13065 von den ISO-Mitgliedern angenommen und im September 2015 veröffentlicht. Die ISO-Norm 13065 unterstützt die Einschätzung der ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Aspekte der Nachhaltigkeit von Bioenergieträgern, -produktionsverfahren, -lieferketten und -anwendungen. Der Standard enthält keine Grenzwerte und ersetzt damit weder nationale Gesetzgebung noch Zertifizierungssysteme. Er stellt einen weltweit harmonisierten Ansatz zu Nachhaltigkeitskriterien vor und kann von Biomasseanbieter, Käufern oder Zertifizierern flexibel genutzt werden.

Die FNR vertritt das BMEL als stellvertretendem Obmann im DIN Normungsausschuss 172 „Nachhaltigkeitskriterien für Biomasse“ und als Ko-Vorsitz des Projektkomitees ISO/PC 248 „Sustainability for Bioenergy“.

ISO International Organization for Standardization

 

Für weitere Informationen  wenden Sie sich bitte an Birger Kerckow.