Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe Ein Projektträger des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft

 

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Projektbeschreibung

FÖRDERKENNZEICHEN: 22002910 01.04.2011 bis 31.03.2014
Verbundvorhaben: Stoffliche Verwertung von Weichlaubhölzern zur Entwicklung neuer Generationen von Holzwerkstoffen; Teilvorhaben 1
Georg-August-Universität Göttingen - Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie - Büsgen-Institut - Abt. Molekulare Holzbiotechnologie und Technische Mykologie
Büsgenweg 2
37077 Göttingen
Prof. Dr. Alireza Kharazipour
Tel: +49 551 39-3488
E-Mail: akharaz@gwdg.de

Aufgabenbeschreibung:
Weichlaubhölzer wie Pappel-, Birken- oder Erlenholz, die besonders in norddeutschen Wäldern in erheblichem Umfang vorkommen, bleiben zurzeit zumeist ungenutzt oder werden zu Produkten mit geringer Wertschöpfung (i. d. R. Brennholz) verarbeitet. Das Verbundprojekt "Stoffliche Verwertung von Weichlaubhölzern zur Entwicklung neuer Generationen von Holzwerkstoffen" zielt darauf ab, eine Technologie zu entwickeln, um diese Hölzer zur Herstellung von marktfähigen Holzwerkstoffen zu verwenden. Zu diesem Zweck sollen aus den Weichlaubhölzern Strands hergestellt werden, die anschließend, auch in Abmischung mit Kiefernstrands, zur Herstellung von Unoriented Strand Boards (USB) eingesetzt werden sollen. Nach einer Optimierung der chemischen und physikalisch-technologischen Platteneigenschaften sowie der Verfahrensschritte zur Herstellung der Platten, steht am Ende der Entwicklungsarbeiten ein vollständiges Konzept zur Herstellung von emissionsarmen USB aus Weichlaubhölzern.

Ergebnisdarstellung:
Die wichtigsten Ergebnisse des Projektes sind: - Die untersuchten Weichlaubhölzer zeigen im Vergleich zu Kiefernholz deutlich geringere Anteile an hydrophoben Holzinhaltsstoffen. Entsprechend niedrig fallen die VOC-Emissionen von Weichlaubhölzern aus. - Insbesondere Erlen- und Weidenholz lässt sich problemlos mit herkömmlichen Bindemitteln verleimen. Daraus hergestellte USB bzw. OSB weisen Biegefestigkeiten auf, die denen vergleichbarer Platten aus Kiefernholz deutlich überlegen sind. - Auch die Querzugfestigkeit der USB bzw. OSB aus Weiden- bzw. Erlenstrands fallen im Vergleich zur Referenz aus Kiefernholz um ca. 60 % höher aus. Im letzten Projektabschnitt wurde die Kiefern- und Weichlaubholzstrands unterschiedlicher Dimensionen hinsichtlich ihrer mechanischen Schädigung in einen zur Herstellung von Spanplatten üblichen Beleimmischer untersucht. Die Ergebnisse lassen den Schluss zu, dass sich bei einer Strandsgrößenfraktion von 5 mm…20 mm die Veränderung der Strandsdimensionen unterhalb von 20 % bewegt. Werden größere Strands verwendet (20 mm…50 mm), steigt dieser Wert deutlich auf ca. 50 % an. Somit ist ein herkömmlicher Beleimmischer ohne Modifizierung der Mischwerkzeuge lediglich für geringdimensionierte Strands geeignet. Bei größeren Strands sollte der Beleimmischer entsprechend angepasst werden. Aufgrund ihrer vergleichsweise niedrigen Verfügbarkeit innerhalb der BRD erscheinen die hier untersuchten Laubhölzer mit niedriger Umtriebszeit (Anteil am deutschen Holzvorrat beträgt 10,5 % nach BWI3, 2014) insbesondere für Nischenprodukte geeignet. Ein Beispiel hierfür sind Werkstoffe mit extrem niedriger VOC-Emission, wie sie z. B. im Automotivebereich nachgefragt werden.

Abschlussbericht als pdf-Dokument
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