Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe Ein Projektträger des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft

 

Energiepflanzen

Energiepflanzen werden mit der Zielstellung angebaut, ihre Biomasse für die Energieerzeugung zu nutzen, dadurch fossile Energieträger einzusparen und Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Sie spielen eine tragende Rolle für die Energieversorgung und den Klimaschutz in Deutschland: Energiepflanzen sind die Energiequelle von morgen!

Nach Schätzungen der FNR könnte Deutschland im Jahr 2050 bis zu 23 % des Bedarfs an Wärme, Strom und Kraftstoffen durch heimische Biomasse decken. Davon lässt sich rund die Hälfte durch die Nutzung von Energiepflanzen erzeugen. Auch wenn Energie aus Biomasse bereits heute schon maßgeblich zur Energieproduktion beiträgt, muss künftig ein weiterer nachhaltiger Ausbau des Energiepflanzenanbaus erfolgen, der in Einklang mit dem Natur- und Umweltschutz steht und Nutzungskonkurrenzen weitgehend vermeidet.

 

 

Für Energiepflanzen werden folgende Nutzungspfade unterschieden:

  • Umwandlung in gasförmige Bioenergieträger: Biogas für die Strom- und Wärmeproduktion
  • Umwandlung in flüssige Bioenergieträger: Biokraftstoffe und Heizstoffe
  • Nutzung als feste Bioenergieträger: Verbrennung oder thermochemische Vergasung von festen Brennstoffen (holz- und halmgutartige Bioenergieträger).

Energiepflanzen lassen sich in einjährige und mehrjährige Energiepflanzen unterscheiden. Zurzeit wird auch die Nutzung von Algen als Biomasselieferant untersucht.

Zu den einjährigen Energiepflanzen zählen in Deutschland hauptsächlich Raps, Mais, Rüben und Getreide. Der Anbau dieser Kulturen erfolgt in der Regel in mehrgliedrigen Fruchtfolgen. Interessante Optionen hinsichtlich einer diversifizierten, ökologischen Ausrichtung des Energiepflanzenanbaus bieten innovative Anbausysteme wie der Mischfruchtanbau und das Zweikulturnutzungssystem.

Die mehrjährigen Energiepflanzen bieten für die energetische Nutzung von Biomasse gute Voraussetzungen und belegen im Gegensatz zu den einjährigen Kulturen mehrere Jahre lang die gleiche Anbaufläche. Da sie in Deutschland aber noch züchterisch und anbautechnisch bearbeitet werden, steht ihr Anbau hier noch am Anfang. Den mehrjährigen Energiekulturen sind u. a. Kurzumtriebshölzer, Miscanthus, die Durchwachsene Silphie und Wildpflanzen zuzuordnen.

Der Einsatz von Algenbiomasse als nachhaltige Rohstoffquelle für die Bioenergieerzeugung spielt derzeit noch keine Rolle und erfordert noch einigen Forschungsaufwand.

In der Öffentlichkeit wird der Energiepflanzenanbau häufig kontrovers diskutiert. Die Zunahme von Monokulturen, der Rückgang der Biodiversität und die Zunahme von Nutzungskonkurrenzen werden damit in Verbindung gebracht. Um solchen Entwicklungen entgegenzuwirken und die Bandbreite der Energiepflanzenarten und die Biodiversität zu erhöhen, fördert die FNR im Auftrag des BMEL die Erforschung alternativer Energiepflanzen und von Anbausystemen, z. B. im Verbundprojekt EVA.

Weitere umfangreiche Informationen stehen unter energiepflanzen.fnr.de zur Verfügung.