Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe Ein Projektträger des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft

 

Biowerkstoffe

Biowerkstoffe

Zu den Biowerkstoffen zählen Biokunststoffe, naturfaserverstärkte Kunststoffe (NFK) und WoodPlasticComposites (WPC, Holz-Kunststoff-Verbundwerkstoffe).

Biokunststoffe werden aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt und können die bisher verwendeten fossilen Kunststoffe und Plastikmaterialien in vielen Anwendungen ersetzen. Wissenschaftler und Technologen passen sie derzeit nicht nur konventionellen Produktionsmaschinen an, sondern erschließen außerdem neue Verwendungsmöglichkeiten. So sind Verpackungen, Einweggeschirr oder Mulchfolien aus Biokunststoff bereits heute erhältlich.

Je nach Erfordernis garantieren einige Biokunststoffe eine lange Gebrauchsdauer, andere sind biologisch schnell abbaubar und zerfallen in natürlich vorkommende, ungiftige Ausgangsprodukte. Egal, ob Biokunststoffe nach Gebrauch in die Biogasanlage wandern, thermisch verwertet oder kompostiert werden: Der pflanzenbasierte Anteil (viele Kunststoffe sind Mischungen aus fossilen und pflanzlichen Anteilen) setzt nach Gebrauch nur das CO2 frei, das die Pflanzen während ihrer Wachstumsphase aus der Atmosphäre entnommen haben. Hinzu zu rechnen ist bei einer CO2-Bilanz allerdings das Kohlendioxid, dass durch den Einsatz fossiler Energien im Herstellungsprozess der Biokunststoffe freigesetzt wurde.

Unter naturfaserverstärkten Kunststoffen (NFK) werden Werkstoffe verstanden, die aus einem Kunststoff bestehen, der seine Stabilität durch eingearbeitete Naturfasern erhöht. Der Kunststoff selbst ist in der Regel fossiler Herkunft, kann aber auch ein Biokunststoff sein. Das herkömmliche Pendant zu NFK sind glas- oder kohlefaserverstärkte Kunststoffe. Bauteile aus NFK weisen nicht nur hohe Steifigkeiten und Festigkeiten, sondern auch eine geringe Dichte auf. Sie sind also mechanisch stark belastbar und gleichzeitig leicht (bis zu 30% leichter als herkömmliche Faserverbunde) und damit ideal geeignet für den modernen Fahrzeugbau. Zudem splittern sie nicht, brechen ohne scharfe Kanten, haben gute akustische Eigenschaften und sind schon heute ökonomisch konkurrenzfähig. Im Automobilbau kommen sie bei einigen Modellreihen bereits serienmäßig zum Einsatz.

WoodPlasticComposites (WPC) bestehen aus einem Holzmehlanteil und herkömmlichen Kunststoffen. Sie vereinen die Vorteile der Rohstoffe Holz (preisgünstig, höhere Steifigkeit, geringere Ausdehnung unter Wärmeeinfluss, natürliche Optik) und Kunststoff (verformbar, feuchteresistent).

Weitere Informationen stehen unter biowerkstoffe.fnr.de zur Verfügung.

Biowerkstoffe
Quelle: FNR/Dörthe Hagenguth