Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe Ein Projektträger des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft

 

Projektverzeichnis - Details

Erste züchterische Bearbeitung und Qualitätsbeurteilung ausgewählter chinesischer Heilpflanzen, die für einen Anbau in Deutschland geeignet sind (Phase III)

Anschrift
Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) - Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung - Arbeitsgruppe Heil- und Gewürzpflanzen (IPZ 3d)
85354 Freising
Vöttinger Str. 38
Kontakt
Dr. Heidi Heuberger
Tel: +49 8161 71-3805
E-Mail: heidi.heuberger@lfl.bayern.de
FKZ
22007710
Anfang
01.01.2011
Ende
31.12.2014
Aufgabenbeschreibung
Die Anwendung von Arzneipflanzen spielt in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) eine zentrale Rolle. Ein interdisziplinärer Forschungsverbund hat es sich bereits 1999 zur Aufgabe gemacht, eine kontrollierte Produktion ausgewählter chinesischer Heilpflanzen in Deutschland zu etablieren, um Arzneidrogen mit zuverlässiger Qualität bereit zu stellen. Die Basis dafür waren die Sicherung der botanischen Identität sowie die Entwicklung geeigneter Anbau- und Verarbeitungsverfahren. Die Verbesserung der Saatgutqualität und die Entwicklung von Anbauverfahren führten bei Artemisia scoparia, Leonurus japonicus und Saposhnikovia divaricata jedoch noch nicht zum ausreichenden Erfolg. Daher wurde 2004 der Weg der Pflanzenzüchtung beschritten, an dessen Ende verbesserte Sorten, vor allem im Hinblick auf Ertrag und Homogenität bei gleichzeitig hoher Qualität, den heimischen Anbau dieser drei Arten wirtschaftlicher machen sollen. Über entsprechende andere Züchtungsprogramme bei diesen drei Arten war nichts bekannt. In der abschließenden Projektphase III wurden die entwickelten Klone von Artemisia scoparia und Leonurus japonicus mit sehr guter allgemeiner Kombinationseignung zu synthetischen Sorten weiterentwickelt. Bei Saposhnikovia divaricata wurden I1-Linien mit hoher Eigenleistung zu einer neuen Population kombiniert. Das Zuchtmaterial sollte hinsichtlich Ertragsverhalten, Homogenität, niedriger Cd-Akkumulation (Artemisia), Winterhärte zur Produktion hochwertigen Saatguts (Saposhnikovia) und guter Inhaltsstoffe weiter verbessert und praxisreife Sorten entwickelt werden. Da sich in der Beratungspraxis die Ergebnisse der Untersuchung zur pharmazeutischen Qualität und der sensorischen Eigenschaften von zehn TCM-Drogen im Rahmen der ersten Projektphase für die Akzeptanz der heimischen Ware als sehr hilfreich erwiesen haben, wurde für weitere vier Arten, deren Praxisanbau kurz bevorstand, ebenfalls ein solcher Qualitätsvergleich von Versuchsdrogen mit Importware durchgeführt
Ergebnisdarstellung
Bei Artemisia scoparia wurden die Generationen Syn1, Syn2 und Syn3 der Testkreuzung Syn Cd4 erfolgreich erzeugt. Die Leistungsprüfung und Beurteilung der Syn Cd4 im Vergleich zur Standardherkunft BLBP 02 erfolgte in den Jahren 2011-2014 an mehreren Standorten. Die Syn3 Cd4 erfüllt alle Züchtungskriterien und wird der Praxis mit einem eigenen Sortennamen zur Verfügung gestellt, aufgrund der großen Ähnlichkeit zu BLBP 02 erfolgte allerdings keine Sortenanmeldung. Bei Leonurus japonicus wurden die besten Klone hinsichtlich Krautdrogenertrag und Homogenität in vier verschiedenen Testkreuzungen unterschiedlich kombiniert. Für alle Testsynthetiks wurden die Generationen Syn1, Syn2 und Syn3 erzeugt. In den Jahren 2011-2014 erfolgte die Leistungsprüfung der Testsynthetiks gegen die Standardherkünfte an mehreren Standorten, wobei sich die Syn3 EH3 als homogene, spät blühende Variante mit einem hohen Ertrag herauskristallisierte und beim Bundessortenamt zum Sortenschutz angemeldet wurde. Das Zuchtmaterial kann der Praxis ab jetzt zur Verfügung gestellt werden. Bei Saposhnikovia divaricata wurde 2010 und 2011 die Leistung von F1-Nachkommenschaften geprüft. Aus den sechs besten Nachkommenschaften wurde 2012 über Rekombination eine Populationssorte entwickelt. In den bisherigen Versuchen 2013 und 2014 zeichnet sich ab, dass die rekombinierte Population wüchsiger und ertragsreicher ist als die Vergleichsherkunft BLBP 03. Eine entsprechende Leistungsprüfung wurde 2015 erneut angelegt. In einem zweiten Schwerpunkt wurde im aktuellen Berichtszeitraum die Qualität bayerischer Drogen und entsprechender chinesischer Handelsware für die Arten Glycyrrhiza glabra/uralensis, Paeonia lactiflora (radix rubra), Rheum palmatum/officinale und Xanthium sibiricum untersucht. Die Versuchsproben schnitten insgesamt sehr gut ab und es wurde deutlich, dass im heimischen Anbau gute, sichere, kontrollierte und der chinesischen Ware somit mindestens ebenbürtige Droge produziert werden kann.

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