Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe Ein Projektträger des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft

 

Projektverzeichnis - Details

Bindemittel und Bindezusatzmittel aus Nebenprodukten und Reststoffen der Holzindustrie

Anschrift
Lud. Kuntz GmbH - Zweigwerk Morbach
Hochwaldstr. 44
54497 Morbach
Kontakt
Dipl.-Ing. (FH) Karl-Robert Kuntz
Tel: +49 6533 956-0
E-Mail: krkuntz@elka-holzwerke.de
FKZ
22026600
Anfang
01.05.2003
Ende
31.01.2007
Ergebnisdarstellung
Es wurde eine kontinuierliche Extraktionsanlage für Holzrinden (Fichtenrinde) konzipiert, gebaut und in Betrieb genommen. Die Anlage hat einen Durchsatz von ca. 0,5t/h. Die ereichte Extraktionsausbeute beträgt ca. 20%. Die Extrakte können als Bindemittelzusatz für PF-Harz oder als Anmachwasser für tanninhaltige Bindemittelflotten bei der Produktion von Holzwerkstoffen verwendet werden. Das Quebrachotannin wurde zu 10...100% und das PF-Harz zu 10% und 20% durch den Fichtenrindenextrakt ersetzt. Die Ergebnisse zeigen, dass Polyphenole aus der Fichtenrinde geeignet sind synthetische Harze wie Phenolformaldehydharze und Tanninformaldehydharze im technischen Maßstab bei der Herstellung von Holzwerkstoffen zu substituieren. Auch die Zugabe von gebrauchten Span- und Faserplatten ist ebenfalls an verschiedenen Stellen möglich. Die Ergebnisse lassen weiterhin erkennen, dass der Rückstand der Extraktion als Kompost verwertet werden kann.
Aufgabenbeschreibung
Ziel des Vorhabens ist es, ein Bindemittel und/oder Bindemittelzusatz aus biogenen Abfallstoffen der Holzindustrie (Rinde) zu entwickeln. Hierbei sollen Rückstände aus der Span- und Faserplattenindustrie als Formaldehyd- und Harnstoffquelle dienen. Gebrauchte UF-Harz-gebundene Span- und Faserplatten sollen zunächst aufgeschlossen werden. Mit dem gewonnenen heißen Hydrolysat sollen die Rinden einheimischer Holzarten, die bei der Werksentrindung anfallen, extrahiert werden. Fallweise soll auch umgekehrt verfahren werden. Des Weiteren sollen fallweise die Rinden gemeinsam mit Rückständen der Span- und Faserplattenindustrie aufgeschlossen werden. Die gewonnenen wässrigen Flotten sollen als Bindemittel und Bindemittelkomponente bei der Herstellung von Holzwerkstoffen dienen, darüber hinaus aber auch energiesparend als Anmachwasser für das pulverförmige Tannin verwendet werden. Der Antragsteller stellt sowohl Nadelschnittholz als auch UF- und PF-Harz-gebundene Spanplatten her. Beide Betriebe liegen auf demselben Betriebsgelände. Das Verfahren hätte somit wirtschaftliche Vorteile für den Antragsteller.

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