Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe Ein Projektträger des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft

 

Projektverzeichnis - Details

ForestValue: Verbesserung des Brandschutzes für Konstruktionen mit Ingenieurholzbauprodukten und -systemen; Teilvorhaben 1: Klassifizierungsmethode für Klebstoffe und Klebstoffverhalten bei erhöhten Temperaturen

Anschrift
Universität Stuttgart - Otto-Graf-Institut - Materialprüfungsanstalt
70569 Stuttgart
Pfaffenwaldring 32
Kontakt
Dr. Simon Aicher
Tel: +49 711 68562287
E-Mail: simon.aicher@mpa.uni-stuttgart.de
FKZ
2219NR120
Anfang
01.04.2019
Ende
31.03.2022
Aufgabenbeschreibung
Das beantragte europäische Verbundforschungsvorhaben behandelt die Thematik einer wesentlich verbesserten Brandschutzberechnung und -bemessung von Bauteilen und Anschlüssen in Bauwerken des Ingenieurholzbaus unter Verwendung geeignet geprüfter und sodann temperatur-klassifizierter Klebstoffe. Um die Entwicklung verbesserter Brandschutzberechnungen der geklebten Bauprodukte – I-Träger und Brettsperrholz – sowie von Holz-Holzverbindungen mit eingeklebten Stahlstäben zu ermöglichen, sind zunächst als grundlegende Eingangsvoraussetzungen die Fragestellungen betreffend Klassifizierung struktureller Klebstoffe mit Bezug auf die Leistungsfähigkeiten bei erhöhten Temperaturen und Brandbeanspruchung zu klären. Diesbezüglich besteht heute in Europa ein eindeutiges Defizit, da strukturelle Klebstoffe bislang primär hinsichtlich ihrer Klima-Feuchtigkeitsleistungsfähigkeit klassifiziert werden. Die Einstufung von Klebstoffen unterschiedlichster Klebstofffamilien in den in Deutschland baurechtlich geforderten Klebstofftyp I erfordert heute ausschließlich den Nachweis einer Temperaturbeständigkeit bis 70°C, während in Nordamerika Anforderungen bis 210°C vorliegen. Um brandschutztechnisch ausreichende, jedoch nicht unnötig hohe Temperaturleistungsanforderungen abzuleiten und in einem neuen Klebstoff-Klassifizierungssystem festzuschreiben, werden beim Antragsteller MPA komplementäre neue und adaptierte Labor-Prüfmethoden und Auswerteverfahren untersucht und anhand industriell hergestellter Bauteile validiert. Die relevanten physikalisch-mechanischen Klebstoffparameter für neue Temperatur- und Brandberechnungsmethoden werden bereitgestellt. Die Leistungsfähigkeit der Berechnungsmethoden auf Basis der klassifizierten Klebstoffe wird in Großbauteilbrandversuchen verifiziert. In dem Projekt wird ein kohärenter sozio-technischer Multiskalenansatz zum Abbau Brandszenario-bedingter gesellschaftlicher und baurechtlicher Hemmnisse für Holzbauteile/-bauten verfolgt.

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