Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe Ein Projektträger des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft

 

ENERGY BARGE

Erschließung von Biomasse-Potenzialen in den Anrainerstaaten der Donau unter Einbeziehung von Akteuren entlang der gesamten Wertschöpfungskette

Die Verlagerung des Verkehrs von der Straße hin zu energieeffizienteren Transportwegen ist eine der zentralen Herausforderungen, der sich die EU bei der Schaffung einer klimafreundlicheren Zukunft stellen muss. Hinsichtlich des Transports von Bioenergieprodukten konnte das durch den Europäischen Fond für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanzierte Projekt ENERGY BARGE wichtige Beiträge zur Stärkung der Binnenschifffahrt als Transportweg liefern. Die wichtigsten Errungenschaften der vergangenen 30 Monate umfassen die Erstellung der „Modal Shift Platform“, die Umsetzung einer Reihe von Business-to-Business-Meetings und die Durchführung von fünf Machbarkeitsstudien für zukünftige Investitionsprojekte in Donauhäfen, sowie zweier Pilotinvestitionen im Hafen Wien und dem MAHART-Freeport in Budapest. Mit diesen Erfolgen wird das Projekt nun zum Abschluss gebracht.

Die Donau ist mehr als nur ein Fluss: Sie ist Lebenslinie, Transportachse, Wirtschafts- und Innovationsregion sowie Bindeglied zwischen Kulturen.

Das Projekt ENERGY BARGE wurde über die vergangenen zweieinhalb Jahre hinweg erfolgreich von der FNR koordiniert. ENERGY BARGE wurde durch den Europäischen Fond für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziert und umfasste 15 Projektpartner aus Bulgarien, Deutschland, Kroatien, Österreich, Rumänien, Slowakei und Ungarn. Innerhalb des Projektzeitraumes konzentrierten sich die Projektpartner auf Möglichkeiten und Hindernisse der Bioenergienutzung in der Donauregion. Ein besonderer Fokus lag auf sektorübergreifenden Schnittstellen zwischen Hafenstandorten, der Binnenschifffahrt und Akteuren des Bioenergiesektors, um gemeinsam einen Beitrag hin zu einer Zunahme des Anteils umweltfreundlicher Biomassetransporte auf der Donau zu leisten.

Das Projektkonsortium entwickelte eine Reihe von Instrumenten, die der grenzübergreifenden Information privater und öffentlicher Akteure entlang der Lieferketten der Bioökonomie im Donauraum dienen. Des Weiteren sollen die Instrumente ebendiesen Akteuren anwendbare Leitlinien zur Geschäftsentwicklung bieten und dazu beitragen, neue Geschäftspartner zu finden. Letztendlich soll die gesamte Donauregion von der nachhaltigen Nutzung ihrer transnational verfügbaren, jedoch lokal produzierten, Biomasse profitieren.

Innerhalb des letzten Projektabschnitts wurde die „ENERGY BARGE Modal Shift Platform“ für umweltfreundliche Biomasselogistik eingerichtet (www.energy-barge.eu). Die Plattform stellt Informationen über nationale und transnationale Biomasse- und Bioenergiemärkte der Donauregion zu Verfügung, u.a. auch Außenhandelswarenströme rund um das Thema Biomasse. Außerdem werden hilfreiche Informationen zum Transport, Umschlag und Lagerung von Biomasse zu Verfügung gestellt. Möglichkeiten, wie Donauhäfen sich zu Biomasse- und Bioenergiezentren weiterentwickeln können, werden ebenfalls beschrieben. Die Plattform ermöglicht es ihren Nutzern entlang der Bioenergiewertschöpfungs- und Versorgungsketten neue Partnerschaften zu knüpfen und geeignete Logistikdienstleister zu identifizieren. Die „Modal Shift Platform“ wird für mindestens drei Jahre nach Projektende im Internet abrufbar sein.

Mehrere Workshops und Business-to-Business-Meetings zur Nutzung von Synergien zwischen dem Biomasse-/Bioenergiesektor und dem Logistiksektor waren ein wesentlicher Bestandteil des Projekts. Während dieser Veranstaltungen konnten sich die Teilnehmer als Repräsentanten ihrer Institutionen und Firmen austauschen und neue Geschäftskontakte knüpfen. Insgesamt fielen die Rückmeldungen zu den Business-to-Business-Meetings sehr positiv aus und es konnten über 400 Teilnehmer der 15 Workshops und Business-to-Business-Meetings verzeichnet werden. Die Veranstaltungen fanden in allen teilnehmenden Projektländern statt. Die große Anzahl an Teilnehmern bestätigt den Bedarf neutraler Plattformen zur Stärkung der Rolle der Binnenschifffahrt und um eine Verkehrsverlagerung hin zu ebendieser voranzutreiben. Die Projektpartner werden nach Projektende weiter an diesem Modell festhalten und auch in Zukunft eigenständig weitere Business-to-Business-Meetings veranstalten, wobei der Fokus weitere Gütergruppen umfassen soll.

Insgesamt waren fünf Donauhäfen (MAHART-Freeport Budapest, Hafen Straubing-Sand, Hafen Wien, Hafen Vukovar und Slovak Shipping and Ports JSC) an dem Projekt beteiligt. Im Rahmen des Projekts haben diese Häfen Machbarkeitsstudien durchgeführt, die Möglichkeiten zur Stärkung der Hafenprofile als Handelszentren für Biomasse und Bioenergieprodukte erörterten. Für jeden Hafen wurden hierbei unter Berücksichtigung der örtlichen Marktsituation, der technologischen Gegebenheiten sowie der finanziellen Möglichkeiten spezielle Investitionsprojekte erarbeitet. Der Hafen Wien und der MAHART-Freeport investierten daraufhin in kleinere Pilotprojekte, die dazu dienten, die Effektivität bestimmter Anlagen und Gerätschaften zum Umschlag von Biomasse zu demonstrieren. Die Pilotprojekte dienen als Modellbeispiele für andere Häfen der Donauregion, die ihre Möglichkeiten zur Verarbeitung, zum Umschlag und zur Lagerung von Biomasse ausbauen wollen.

Das Projekt endete am 30. Juni 2019. Die Projektinformationen und ‑ergebnisse können für mindestens drei weitere Jahre auf der Webseite des Projekts abgerufen werden:

www.interreg-danube.eu/energy-barge.

 

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