Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe Ein Projektträger des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft

 

COASTAL Biogas

 

Cluster über anaerobe Vergärung, Umweltdienstleistungen und Nährstoffentnahme

Das zentrale Ziel des Interreg South Baltic geförderten COASTAL Biogas Projektes ist es, der Eutrophierung der Ostsee entgegenzuwirken, indem an Stränden angespültes Seegras entfernt und als Ko-Substrat für die anaerobe Vergärung (Biogasproduktion) genutzt wird. Die bei diesem Prozess entstehenden Gärreste können Mineraldünger ersetzen und somit den Nährstoffkreislauf schließen.

Nährstoffe, insbesondere Stickstoff (N) und Phosphor (P) werden über die Düngung auf Agrarflächen durch Auswaschung und Erosion in Grund- und Fließgewässer transportiert und gelangen somit in die Ostsee. Dort begünstigt P das Wachstum von Algen und führt zu einer Eutrophierung; Stickstoff, in Form von Nitrat, belastet das Grundwasser. Unsachgemäße Aufbringung von mineralischem und organischem Dünger (vor allem tierischer Herkunft) verstärkt diesen Prozess und führt zu einer stetig anwachsenden Anreicherung von Nährstoffen in der Ostsee. Dies hat einen erheblichen Einfluss auf das Ökosystem und zugleich auf die Bioökonomie: so besteht die Notwendigkeit eines nachhaltigen Konzeptes für einen sachgemäßen, wirtschaftlichen Umgang mit Düngemitteln, und die Rückführung der überschüssigen Nährstoffe in den zu schließenden Stoffkreislauf.

Die anaerobe Vergärung bietet viele Möglichkeiten, die für den südlichen Ostseeraum von Bedeutung sind, da sie minderwertige Ressourcen/Abfälle in einen erneuerbaren hochwertigen Brennstoff umwandelt. Dieser kann für die lokale Strom- und Wärmeversorgung, als Transportkraftstoff oder zur Einspeisung in das Erdgasnetz genutzt werden. Darüber hinaus kann der Gärrest den Mineraldünger ersetzen und damit den für die zirkulare Bioökonomie grundlegenden Nährstoffkreislauf schließen. Durch die Verwendung von Seegras (organische Substanz maritimen Ursprungs) als Substrat und die Nutzung des Gärrückstands als Dünger werden Nährstoffe physikalisch aus der Ostsee entfernt und bieten somit ein wirksames Mittel zur Minderung der Eutrophierung. Zusätzlich werden verfaulende Algen, mit denen oftmals unangenehme Gerüche einhergehen, an den Stränden zugunsten von Erholung, Tourismus und erhöhtem Wert von Wohnimmobilien entlang der Küste beseitigt.

Aufbauend auf bisherigen  Erfahrungen und Ergebnissen werden die Verfahren der anaeroben Vergärung von Seegras in Dänemark in industriellem Maßstab weiter verbessert und an die lokalen Bedingungen in den teilnehmenden Ländern im südlichen Ostseeraum angepasst. Ein gezielter Technologietransfer und eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit in Verbindung mit Machbarkeitsstudien und Pilotversuchen werden zur Markteinführung und zum ersten Schritt einer breiteren Umsetzung dieser neuen und innovativen Technologie im südlichen Ostseeraum beitragen. Das übergeordnete Ziel ist es, einen Leitfaden für die Verwendung von Seegras als Ko-Substrat, z.B. für Kommunen und/oder Biogasbetreiber in Küstengebieten der SB-Region zu erarbeiten. Ferner ist es das Ziel, einen Anreiz - vorrangig auf der jeweils nationalen Ebene - zur finanziellen Unterstützung innovativer Technologien, d.h. für spezielle Sammel-/Reinigungsmethoden und zur Anwendung von Seegras in einer Biogasanlage, einschließlich technischer und rechtlicher Richtlinien, zu schaffen.

Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) koordiniert die Projektdurchführung und das Projektteam, bestehend aus den folgenden Partnern: Technische Universität Danzig (Danzig|Polen), Baltisches Energie- und Innovationszentrum (BEIC) (Lund|Schweden), Roskilde Universität (Roskilde|Dänemark), Universität Rostock (Rostock|Deutschland) und Litauisches Energie-Institut (LEI) (Kaunas|Litauen).  

Projektlaufzeit: 01.07.2018 – 30.06.2021

Weitere Informationen

 

Ansprechpartner bei der FNR: Dr. Anne Roßmann

 

 

COASTAL Biogas
 

Das COASTAL Biogas Projekt wird durch das Förderprogramm Interreg South Baltic sowie durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (ERDF) gefördert.

Förderung durch das Förderprogramm Interreg South Baltic sowie durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (ERDF)
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