Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe Ein Projektträger des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft

 

Biokraftstoffe

 

Rohstoffe / Herstellung

Biokraftstoffe ermöglichen es, die Treibhausgasemissionen im Verkehrssektor in sehr bedeutendem Maße zu reduzieren. 3,3 Millionen Tonnen Biokraftstoffe wurden im Jahr 2016 in Deutschland in Verkehr gebracht, mit denen 7,3 Millionen Tonnen Treibhausgasemissionen (CO2-Äquivalent) vermieden werden konnten. Mit einer Gesamteinsparung von 77 % Treibhausgasen gegenüber den substituierten fossilen Kraftstoffen sind Biokraftstoffe bisher die einzige in größeren Mengen wirksame Option für eine nachhaltige erneuerbare Mobilität. Neben Treibhausgasemissionen können mit dem Einsatz von Biokraftstoffen wie beispielsweise Biomethan auch weitere Schadstoffemissionen wie z. B. Stickoxide und Feinstaub deutlich reduziert werden. Ein besonderer Vorzug der Biokraftstoffe liegt darin, dass diese als Beimischung zu fossilen Kraftstoffen und ggf. auch als Reinkraftstoff im vorhandenen Fahrzeugbestand genutzt werden können.

Mit Biodiesel, Bioethanol, Biomethan sowie nativen und hydrierten Pflanzenölen stehen verschiedene Optionen an Biokraftstoffen für den Einsatz in Personenkraftwagen und Nutzfahrzeugen, land- und forstwirtschaftlichen Maschinen sowie Schienenfahrzeugen und Schiffen zur Verfügung. Auch bei den Ausgangsstoffen bzw. Rohstoffen für die Herstellung von Biokraftstoffen ist eine sehr große Vielfalt gegeben. Durch gesetzliche Anforderungen an die Treibhausgasminderung im Bereich Verkehr und an die Nachhaltigkeit von Biokraftstoffen wird dafür Sorge getragen, dass die Ernährungssicherung gewahrt und indirekte Landnutzungsänderungen vermieden werden.

Neben Abfällen und Reststoffen zählen in Deutschland Raps, Weizen und Mais zu den wichtigsten Rohstoffen für die Biokraftstoffherstellung. Der in Deutschland bislang mit Abstand bedeutendste Biokraftstoff ist Biodiesel. Deutlich zugenommen hat die Herstellung von Biodiesel aus Abfällen und Reststoffen wie alten Speise- und Frittierölen. Auch aus Palmöl und Sojaöl wird Biodiesel hergestellt. Bioethanol ist der zweitwichtigste Biokraftstoff. Hergestellt wird Bioethanol aus einer breiten Palette Ausgangsstoffe, darunter u. a. Mais, Weizen, Roggen, Triticale und Gerste sowie Zuckerrüben und Zuckerrohr. Weiterhin werden  hydrierte Pflanzenöle (HVO), vorwiegend aus Palmöl hergestellt, als Biokraftstoff genutzt. Als Biokraftstoff für Erdgasfahrzeuge steht Biomethan (Bio-CNG) zur Verfügung. Das Biogas für die Bio-CNG-Herstellung wird im Wesentlichen aus Abfällen und Reststoffen, wie z. B. Stroh und Schlempe, sowie aus Mais-, Getreide- und Grassilage und sonstigem Energiepflanzenanbau erzeugt. In den dafür geeigneten Motoren kann auch natives Pflanzenöl (insbesondere Rapsöl) als Biokraftstoff genutzt werden. Zudem wird in Deutschland in ersten Projekten auch Bio-LNG in den Markt eingeführt.

Gewöhnlich sind Biokraftstoffe in Deutschland anteilig in Diesel- und Ottokraftstoffen enthalten und somit an allen Tankstellen verfügbar. Gemäß der geltenden Biokraftstoff-Normen und Verpflichtungen der Kraftstoffhersteller zur Treibhausgas-Emissionsminderung beim Inverkehrbringen von Kraftstoffen werden Dieselkraftstoffen anteilig bis zu 7 % Biodiesel und/oder HVO beigemischt und Ottokraftstoffen wird anteilig bis zu 10 % Bioethanol beigemischt. Über Erdgas- bzw. CNG-Tankstellen wird in vielen Städten bzw. Regionen CNG in Form von Biomethan (Bio-Erdgas, Bio-CNG) angeboten. Im Linien- bzw. Flottenverkehr kommen daneben auch Reinkraftstoffe zum Einsatz. So werden zum Beispiel Busse im städtischen Linienverkehr mit Biomethan betrieben, LKW-Flotten mit reinem Biodiesel betankt  oder landwirtschaftliche Traktoren mit dem Rapsöl aus der hofeigenen Ölmühle angetrieben.

Aus Cellulose oder Holz hergestellte Biokraftstoffe, sogenannte BtL-Kraftstoffe (Biomass-to-Liquid) sind in der Entwicklung und werden bereits in Pilotanlagen hergestellt. Diese noch nicht in größeren Mengen marktverfügbaren Biokraftstoffe versprechen Vorteile hinsichtlich breiter Roh-/Reststoffbasis, Flächeneffizienz und technischer Aspekte. Um die Wettbewerbs- und Marktfähigkeit dieser neuen Kraftstoffe zu erreichen, ist noch weitere Forschung und Entwicklung erforderlich.

Zur Erreichung der Energie- und Klimaziele ist auch mittelfristig ein Einsatz von Biokraftstoffen im Verkehr unverzichtbar. Langfristig wird ein Einsatz von Biokraftstoffen in den Mobilitätsbereichen erfolgen, die sich nur schwer elektrifizieren lassen, z. B. im Luftverkehr, im Schwerlastverkehr und in der Land- und Forstwirtschaft.

Weitere Informationen zu Biokraftstoffen stehen unter biokraftstoffe.fnr.de zur Verfügung.

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