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21.04.17

Lignocelluloseschäume als Leichtverpackungsmittel

<li><a target="_blank" href="https://www.fnr.de/index.php?id=11150&fkz=22002815">Projekt 22002815</a></li><li><a target="_blank" href="https://www.fnr.de/index.php?id=11150&fkz=22028915">Projekt 22028915</a></li>

Bei der Körnermaisernte kann der Mähdrescher so aufgerüstet werden, dass neben den Maiskörnern auch die Maisspindeln, also die von den Körnern befreiten Maiskolben, geerntet werden können. Maisspindeln werden bisher thermisch genutzt oder zu Maisspindelgranulat weiterverarbeitet. Maisspindelgranulat wiederum wird als Einstreu- oder Adsorptionsmaterial verwendet.

Eine neue Einsatzmöglichkeit haben die Loick Biowertstoff GmbH und das Fraunhofer-Institut für Holzforschung (WKI) im Blick. Sie wollen Maisspindeln als Ausgangsmaterial für die Herstellung von druckfestem, geschäumtem Verpackungsmaterial einsetzen. Dieses wird in der Möbelindustrie in großen Mengen vor allem als Kanten- und Eckenschutz verwendet. Das Marktvolumen in Europa beträgt ca. 100.000 t pro Jahr. Dazu kommt vergleichbares Material, das beim Verpacken von Elektro- und IT-Produkten zum Einsatz kommt. Bisher wird vor allem Verpackungsmaterial aus Polystyrol genutzt.

Dazu werden die Maisspindeln mit Wasser und mechanischer Zerkleinerung zu einer hochviskosen Suspension aufgearbeitet. Dieser Suspension werden Holzfaserstoffe beigemischt. Durch eingeleitete Gase oder Treibmittel wird das Gemisch aufgeschäumt. Während der Trocknung entsteht ein poröser, stabiler Schaumkörper. Dieser Schaumkörper besteht zu 100 % aus Lignocellulose, zusätzliche Bindemittel sind nicht notwendig. Er ist druckfest und soll Rohdichten zwischen 40 kg/m³ und 300 kg/m³ aufweisen. Die bisher produzierten Prüfkörper sind vielversprechend.

 

 

Prüfkörper aus Lignocelluloseschaum. Quelle: Fraunhofer WKI/Manuela Lingnau
Prüfkörper aus Lignocelluloseschaum. Quelle: Fraunhofer WKI/Manuela Lingnau