Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe Ein Projektträger des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft

 

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Monitoringsystem zur Artenvielfalt in Wirtschafts- und Naturwäldern entsteht

Projekt WABI schafft Voraussetzungen für Artenvergleich in forstlich genutzten und ungenutzten Wäldern/ Internationaler Tag der biologischen Vielfalt am 22. Mai

Ein Monitoringverfahren, mit dessen Hilfe der Einfluss der Waldbewirtschaftung auf die Biodiversität im Vergleich zu einer natürlichen Waldentwicklung künftig belastbar abgeschätzt werden kann, wird im Forschungsprojekt WABI entwickelt. Das auf drei Jahre angelegte Vorhaben „Einfluss der Waldbewirtschaftung auf die Biodiversität in Wäldern“wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) aus dem Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe gefördert.

Hat ein Wald ohne forstliche Nutzung in puncto Artenvielfalt mehr zu bieten als ein naturnah bewirtschafteter Wald? Im Verbundvorhaben WABI wollen Wissenschaftler und Experten der Universität Göttingen und der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt Göttingen zusammen mit den Forstbetrieben der Länder und des Bundes sowie der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung einer Antwort auf diese Frage näherkommen.

Die Projektpartner konzipieren und erproben ein langfristiges Monitoringsystem für dauerhaft genutzte und dauerhaft ungenutzte Waldlandschaften, um später großflächig verlässliche Daten zu Flora und Fauna in Großschutzgebieten wie in Wirtschaftswäldern erheben zu können.

Über Literaturauswertungen, Expertenworkshops und zusätzliche Erhebungen werden geeignete Indikatoren für die biologische Vielfalt im Wald abgeleitet. Das Monitoring liefert die Grundlage für Veränderungsanalysen im Rhythmus von etwa zehn Jahren. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei der artenreichen Klasse der Insekten, denen als Nahrung etwa für Vögel und Fledermäuse, als Bestäuber zahlreicher Pflanzenarten und beim Abbau abgestorbener Pflanzen eine bedeutende Rolle im Waldökosystem zukommt.

Mit dem Projekt sollen die Voraussetzungen für einen Vergleich der Artenvielfalt zwischen bewirtschafteten und unbewirtschafteten Wäldern auf Landschaftsebene geschaffen werden. Die Projektergebnisse sind bundesweit unter anderem für die Optimierung waldbaulicher Konzepte und für die Ausweisung von Schutzgebieten von Bedeutung.

In den zurückliegenden Jahren hatten verschiedene Studien auch in Deutschland einen Rückgang zahlreicher Arten beklagt. Zumindest für die Waldvögel gibt es allerdings einen Lichtblick: Der am 19. Mai 2020 vom Bundesumweltministerium (BMU) veröffentlichte „Bericht zur Lage der Natur“ gibt für die Waldvogelarten in Deutschland zwischen 2009 und 2016 einen Zuwachs an Brutpaaren von 1,6 Millionen an. Laut BMU zeigt sich für die biologische Vielfalt in Deutschland ein gemischtes Bild. In manchen Teilen des Landes erhole sich die Natur: Vielen Buchenwäldern gehe es gut, in den Wäldern und Siedlungen gebe es wieder mehr Vögel.

Mit einem jährlichen Internationalen Aktionstag am 22. Mai jedes Jahres rücken die Vereinten Nationen das Thema biologische Vielfalt verstärkt in den öffentlichen Blickwinkel.

Hintergrund:
Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) ist seit 1993 als Projektträger des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) für das Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe aktiv. Sie unterstützt außerdem Forschungsthemen in den Bereichen nachhaltige Forstwirtschaft und innovative Holzverwendung.

Das BMEL fördert über seinen Projektträger FNR im Bereich Forstwirtschaft sechs Vorhaben zur Biodiversität mit insgesamt 2,28 Millionen Euro und im Bereich Landwirtschaft 28 Vorhaben mit insgesamt 9,35 Millionen Euro aus dem Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe. Weitere Vorhaben zur Biodiversität werden vom Bundeslandwirtschafts- und Bundesumweltministerium über den gemeinschaftlich finanzierten Waldklimafonds unterstützt.

Der 22. Mai wurde im Jahr 2000 von den Vereinten Nationen als „Internationaler Tag der biologischen Vielfalt“ festgelegt. Erinnert werden soll mit diesem Tag an den 22. Mai 1992, an dem Einigkeit über den Text des UN-Übereinkommens zur biologischen Vielfalt erreicht worden war. Die Biodiversitäts-Konvention (CBD) trat am 29. Dezember 1993 in Kraft.

Pressekontakt:
Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.
Martina Plothe
Tel.: +49 3843 6930-311
Mail: m.plothe(bei)fnr.de

PM 2020-28

Eidechse im Wald: Die Biodiversität in bewirtschafteten und nicht bewirtschafteten Wäldern steht im Mittelpunkt des Forschungsprojektes WABI. Quelle: FNR/S.Wildermann

Eidechse im Wald: Die Biodiversität in bewirtschafteten und nicht bewirtschafteten Wäldern steht im Mittelpunkt des Forschungsprojektes WABI. Quelle: FNR/S.Wildermann

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