Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe Ein Projektträger des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft

 

Themendossier Nawaro goes Vielfalt

Nachwachsende Rohstoffe können mehr als nur Mais und Raps sein

Energie- und Industriepflanzen bieten das große Potenzial, das Anbauspektrum in der Landwirtschaft zu erweitern und die Biodiversität zu erhöhen. Grundsätzlich sind sehr viele Arten nutzbar. Einem größeren Flächenumfang alternativer Nawaro-Kulturen stehen derzeit häufig noch die geringeren Erträge, der Mehraufwand oder die fehlenden Wertschöpfungsketten entgegen. In Forschungs- und Entwicklungsprojekten wird nach Lösungen gesucht, um biodiversitätsfördernde Energie- und Industriepflanzen noch fitter für die Praxis zu machen.

In diesem Themendossier finden Sie entsprechende Projekte und weitere Beiträge zum Thema.

Bestäuberinsekten auf Oreganoblüten im Sonnenlicht
Insekten auf Oreganoblüten. Oregano hat durch seinen Gehalt an ätherischen Ölen ein antimikrobielles Potential und wird als leichtes Hustenmittel ähnlich wie Thymian eingesetzt. Da er außerdem noch Gerb- und Bitterstoffe enthält, ist er als Tee getrunken ein ausgezeichnetes Mittel bei der Behandlung von Magen- und Darmerkrankungen (sollte jedoch während einer Schwangerschaft nicht verwendet werden). Foto: www.ingo-bartussek.de

Wissenschaftliche Untersuchungen zum Artenvorkommen in Energie- und Industriepflanzen

Eine Auswahl:

Auszug aus dem Abschlussbericht zum Projekt "Verbundvorhaben: Agrarökologische Bewertung der Durchwachsenen Silphie (Silphium perfoliatum L.) als eine Biomassepflanze der Zukunft; Teilvorhaben 1: Ober- und unterirdische Biodiversität in Beständen der Durchwachsenen Silphie"

Rainfarn ist ein Naturtalent in Sachen Ertrag, Biodiversität, Boden- und Gewässerschutz

Mehrjährige, blühende Biogas-Wildpflanzenmischungen wie die „BG 90“ der Saatgutfirma Saaten Zeller bieten Nahrung für Insekten, Deckung für Wildtiere und binden durch Humusaufbau CO2. Bei der Verwendung mehrjähriger Korbblütler (Asteraceae) besteht zudem ein hohes Bodenverbesserungspotenzial, denn Asteraceen enthalten in den Wurzeln einen sehr hohen Anteil Reservepolysaccharide, die die Mikrobiologie des Bodens aktivieren können. Schließlich zeigen wissenschaftliche Untersuchungen, dass sich mit den Dauerkulturen ein niedriges Risiko zur Nitratauswaschung im Winterhalbjahr verbindet.

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Rainfarn
Neu gezüchtete, ertragreiche Tanacetum-Linie ‚Goliath‘. Fotos: Saaten Zeller

Mehrjährige Saatgutmischungen mit Wildpflanzen für die Biogasproduktion

Mehrjährige Blühpflanzenmischungen mit Wildpflanzen für Biogasanlagen versprechen die Verbindung von Ökonomie und Ökologie auf einer Fläche:Sie ermöglichen dem Landwirt ein Einkommen und bieten gleichzeitig Nahrung und Deckung für Insekten, Vögel, Fledermäuse und Wildtiere. In Untersuchungen zum Insektenvorkommen auf solchen Flächen wurde ein breites Artenspektrum nachgewiesen, darunter auch Vertreter der Roten Liste bis hin zur Kategorie "Vom Aussterben bedroht".

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Veitshöchheimer Hanfmix. Foto: Agrokraft GmbH
Veitshöchheimer Hanfmix. Foto: Agrokraft GmbH

Blühmischungen für Biogas: Förderung im Landkreis Rhön-Grabfeld – auch solitäre Wildbienen profitieren

Die große Resonanz auf das Volksbegehren Artenvielfalt in Bayern hat es gezeigt: Biodiversität ist vielen Menschen ein wichtiges Anliegen. Nur: Wie verbessert man die Bedingungen für Insekten, Vögel & Co. in der Landwirtschaft möglichst großflächig?

Blühende Energiepflanzen für Biogasanlagen sind hier ein interessanter Ansatz, weil sie größere Akzeptanz seitens der Landwirte versprechen als Flächenstilllegungen. Zum Motto „Rettet die Bienen und die Bauern“, das die Akteure des Volksbegehrens ausgaben, könnten Energiepflanzen für Biogasanlagen so einen nicht unerheblichen Beitrag leisten.

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Steinhummel auf Herzgespann, einer von 25 Pflanzenarten im Hanfmix. Foto: Kornelia Marzini
Steinhummel auf Herzgespann, einer von 25 Pflanzenarten im Hanfmix. Foto: Kornelia Marzini

Gelbe Lupine

Die Gelbe Lupine (Lupinus luteus) wird heute in Deutschland kaum noch genutzt. Dabei hat sie durchaus interessante Eigenschaften: Einen gegenüber der Blauen und Weißen Lupine höheren Rohproteingehalt, eine gute Trockentoleranz und die Eignung für den Anbau auf mageren, nicht kalkhaltigen, sandigen Flächen.

Für eine bioökonomische Nutzung der Pflanze spricht außerdem, dass dafür auch alkaloidhaltige Sorten, sogenannte Bitterlupinen in Frage kommen, die für die Ernährung ungeeignet sind. Gelbe Bitterlupinen haben einen noch deutlich höheren Proteingehalt als die weitgehend alkaloidfreien Gelben Süßlupinen. 

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Gelbe Lupine

Durchwachsene Silphie gut für Bienen

Wichtiger Baustein für mehr Vielfalt in Agrarlandschaften

Die ursprünglich aus Nordamerika stammende Durchwachsene Silphie (Silphium perfoliatum) wird als vielversprechende Maisalternative bereits seit einigen Jahren im Versuchs- und Praxisanbau in Deutschland getestet. Dabei gewonnene Erkenntnisse in Bezug auf ihre positiven ökologischen Aspekte konnten nun in einem Forschungsprojekt bestätigt werden.

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Im Detail zeigt sich, dass Silphiebestände neben positiven Effekten für Bienen und weiteren Bestäubern, wie Hummeln und Schwebfliegen, auch die Aktivitäten von Regenwürmern und anderen Bodenlebewesen begünstigen. Bildquelle: FNR
Im Detail zeigt sich, dass Silphiebestände neben positiven Effekten für Bienen und weiteren Bestäubern, wie Hummeln und Schwebfliegen, auch die Aktivitäten von Regenwürmern und anderen Bodenlebewesen begünstigen. Bildquelle: FNR

Mit Mais-Stangenbohnen zurück in die Zukunft

Mais ist seit mehreren 1.000 Jahren die wichtigste Nutzpflanze in vielen Ländern Nord-, Mittel- und Südamerikas.

Traditionell wird er dort nicht alleine, sondern in Mischkultur angebaut, häufig zum Beispiel mit Stangenbohnen und Kürbissen. Heute gibt es Bestrebungen, mit Mais/Bohnen ein Element aus diesem Mischanbau auf den modernen Pflanzenanbau zu übertragen. Der Anbau für Biogasanlagen ließe sich so vielfältiger und insektenfreundlicher gestalten, gleichzeitig würde man die Vorteile des Maises wie hohe Erträge und eine etablierte Erntetechnik weitgehend beibehalten.

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Die FNR hat neue Saattütchen produziert, um das Anbausystem Mais-Bohnen bekannter zu machen. Quelle: FNR
Die FNR hat neue Saattütchen produziert, um das Anbausystem Mais-Bohnen bekannter zu machen. Quelle: FNR

Insektenschutz in Land- und Forstwirtschaft - zwei neue Projekte mit nachwachsenden Rohstoffen

Das Verbundprojekt „FInAL“ zielt vor allem auf Insekten in der Landwirtschaft, während beim zweiten Vorhaben Waldinsekten im Mittelpunkt stehen.

Am 9. Oktober 2018 übergab Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner in Berlin die Zuwendungsbescheide für diese zwei Projekte, in denen es um die Förderung der Insektenbiodiversität beim Anbau nachwachsender Rohstoffe geht.

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Prof. Jens Dauber vom Thünen-Institut, Koordination Projekt FInAL (Quelle: Thünen-Institut)
Prof. Jens Dauber vom Thünen-Institut, Koordination Projekt FInAL (Quelle: Thünen-Institut)

Win-Win-Situation Arznei- und Gewürzpflanzen + Bestäuber-Insekten

Forscher untersuchen Wechselwirkungen und entwickeln System zur gezielten Bestäubung im Arznei- und Gewürzpflanzenanbau – erwartet werden höhere Erträge und mehr Biodiversität

Was im kommerziellen Obst- und Gemüseanbau schon länger Praxis ist, will die Universität Bonn nun auch für den Anbau von Arznei- und Gewürzpflanzen entwickeln: ein Management-System zur gezielten Bestäubung durch Insekten. So wie Gärtner Hummelkolonien per Versandhandel fürs Gewächshaus bestellen können, so ist Ähnliches auch beim Anbau von Fenchel, Thymian & Co. denkbar.

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Im Bild die Schwebfliege Episyrphus balteatus auf einer Leinblüte. Foto: Birgit Bierschenk
Im Bild die Schwebfliege Episyrphus balteatus auf einer Leinblüte. Foto: Birgit Bierschenk

Mit der Esparsette eine optimalere Vergärung und mehr Vielfalt schaffen

Die Esparsette (auch Saat-Esparsette genannt, Onobrychis viciifolia) hat eine lange Tradition im landwirtschaftlichen Anbau, wird heute aber kaum noch kultiviert.

Dabei kann die mehrjährige Leguminose (Stickstoffsammlerin) mit zahlreichen positiven Eigenschaften aufwarten.

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Saat-Esparsette. ©coulanges - stock.adobe.com
Saat-Esparsette. ©coulanges - stock.adobe.com

SoNaBi – Neue Hirse-Zuchttypen als bienenfreundliche Energiepflanzen etablieren

Hirsen (Gattung Sorghum) als Energiepflanzen sind eine für Mitteleuropa vielversprechende Alternative zum Mais. Arten wie Sorghum bicolor haben ein hohes Ertragspotenzial und können Wasser und Nährstoffe effizienter als Mais verwerten.

Außerdem ist die Hirse keine Wirtspflanze für den Maiswurzelbohrer, eine Käfer-Art, die in Maisbeständen mitunter große Schäden anrichtet.In einem früheren BMEL/FNR-Projekt wurde bereits ein neuer Sorghum bicolor-Typ gezüchtet, der sich besonders gut für die Biogasproduktion eignet

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Zuckerhirse (Sorghum bicolor). © Daniel Georg Döhne
Zuckerhirse (Sorghum bicolor). © Daniel Georg Döhne

Weißer und Gelber Steinklee (Melilotus albus und Melilotus officinalis)

Steinklee (auch Bokharaklee, engl. sweet clover) gehört zur Familie der Fabaceae (Leguminosen) und kommt hauptsächlich als zweijährige Form vor.

Durch den sehr guten Vorfruchtwert und die hohe Biomassebildung ist der Steinklee gerade für Energiepflanzenfruchtfolgen auf trockenen Sandböden interessant, da hier der Mais, aber auch andere Alternativen wie die Durchwachsene Silphie, nicht ertragsstabil sind.

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Steinklee blüht weiß und gelb. Foto: FNR/Hajkova
Steinklee blüht weiß und gelb. Foto: FNR/Hajkova

Buchweizen und Quinoa: 100 Tage-Biogas-Zweitkulturen mit Zusatznutzen

Bei Arten wie Mais oder Sorghum als 2. Kultur im Zweikulturnutzungssystem besteht die Gefahr, dass die Vegetationszeit nicht mehr ausreicht, um die erforderliche Siloreife von mehr als 28 Prozent Trockensubstanzgehalt zu erreichen

Die Pflanzen enthalten nach der Ernte noch zu viel Wasser, was zu erhöhten Transportkosten und unerwünschtem Sickerwasser im Silo führt. Hier bieten Kulturen wie Buchweizen und Quinoa mit einer kurzen Vegetationszeit von 90 bis 110 Tagen eine gute Möglichkeit, die Vegetationslücke optimal zu füllen.

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Buchweizenblüte mit Biene Foto: Fotoschlick/adobe.stock.com
Buchweizenblüte mit Biene Foto: Fotoschlick/adobe.stock.com

Gärtnern ohne Torf - schütze das Klima!

Basisdaten Nachwachsende Rohstoffe

Wissenschaftsjahr 2020 Bioökonomie

NawaRo für Kinder

Die nachwachsende Produktwelt