Fachagentur Nachwachsende RohstoffeEin Projektträger des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft

 

Projekte

Fachinformation für Gartenbaubetriebe zur Umstellung auf torffreie und torfreduzierte Kultursubstrate

Fachstellen beraten Gartenbaubetriebe bundesweit zur Torfminderung

Ziel

Ziel dieses Verbundvorhabens (kurz: FiniTo) ist es, Gartenbaubetriebe für die Verwendung von torfreduzierten oder torffreien Kultursubstraten zu motivieren und sie für die Umstellung zu befähigen, ohne ihre Wettbewerbsfähigkeit zu schwächen. 

Aufgaben

  • Abbau bestehender Vorbehalte gegenüber torfreduzierten bzw. torffreien Substraten durch eine gezielte fachliche Unterstützung
  • Begleitung einer großen Anzahl an Betrieben aller Sparten des Erwerbsgartenbaus und der Friedhofsgärtnerei bei der Umstellung der Substrate
  • Unterstützung umstellungswilliger Betrieben bei der Auswahl geeigneter Substrate, bei der Anpassung der Kulturführung und bei betriebswirtschaftlichen Fragen im Zusammenhang mit der Umstellung 
  • Einrichtung von fünf regionale Fachstellen, um den Informationsbedarf in den Betrieben zu den mit der Substratumstellung verbundenen Fragestellungen bundesweit abdecken zu können:
    • Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen mit den Standorten Straelen, Köln-Auweiler, Münster-Wolbeck, 
    • LVG Hannover-Ahlem der LWK Niedersachsen, 
    • Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Abt. Gartenbau Dresden-Pillnitz, 
    • Hochschule Weihenstephan-Triesdorf Freising und 
    • Lehr- und Versuchsanstalt Gartenbau Heidelberg
  • Ergänzend werden überregional agierende Querschnittsstellen eingerichtet, die alle Fachstellen in puncto Substratanalysen und Düngestrategien, betriebswirtschaftliche und unternehmensstrategischen Fragen sowie Wissenstransfer unterstützen.
  • Bundesweite Bündelung von Fachwissen und Beratungskonzepten und Überführung in etablierte Wissenstransfer-Formate, sodass die Fachinformationen auch nach Abschluss des Vorhabens weiter nutzbar sind.
     

Status Quo

Im Rahmen des Klimaschutzprogramms der Bundesregierung wird angestrebt, bei der Verwendung von Kultursubstraten im Erwerbsgartenbau bis 2030 eine weitgehende Torfreduzierung zu realisieren. Die geforderte Umstellung auf torfreduzierte oder torffreie Substrate stellt für die deutschen Gartenbauunternehmen allerdings eine Herausforderung dar, denn Weiß- und Schwarztorf machen bisher den mengenmäßig größten Anteil der Substratausgangsstoffe in Kultursubstraten aus (BMEL, 2022). Das wirtschaftliche Risiko der Torfreduktion resultiert in erster Linie aus dem mit der Substratumstellung verbundenen Kulturrisiko. Mögliche Kulturrisiken können sein:

  • Erhöhung der Ausfälle während der Kultur und Verlängerung der Kulturdauer durch verzögertes Wachstum
  • Intensivierung der Maßnahmen der Kultursteuerung, z. B. durch zusätzliche Substratanalysen sowie Erhöhung des Beratungsbedarfs.
  • Zusätzlicher Materialeinsatz und Arbeitsbedarf in der Kulturführung und bei der Marktaufbereitung der Fertigware
  • Erzeugung minderer Qualitäten und dadurch Rückgang des Anteils vermarktungsfähiger Ware mit entsprechenden Preisabschlägen

Um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten, ist bei Obst, Gemüse, Zierpflanzen, Stauden und Baumschulgehölzen weiterhin eine Produktion in hoher Qualität und entsprechender Menge notwendig. Daraus resultiert ein großer Fachinformationsbedarf hinsichtlich der Umstellung auf torffreie und torfreduzierte Kultursubstrate.
 

Vorteile

 

Durch dieses umfassende Verbundvorhaben wird die branchenweite und flächendeckende Reduzierung des Torfanteils in gärtnerischen Substraten maßgeblich gefördert und ein Beitrag der Branche zu den im Klimaschutzplan 2050 angestrebten Zielen zur Erreichung eines möglichst klimaneutralen Deutschlands geleistet. Konkret birgt das Projektvorhaben folgende Vorteile:

  • Der nachhaltige, ressourcenschonende Anbau von Obst, Gemüse, Zier- und Baumschulpflanzen wird durch die Reduktion der Torfverwendung wesentlich unterstützt
  • Erhöhung der Akzeptanz und der Attraktivität torfreduzierten Produkte auf den regionalen Märkten
  • Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der nationalen Gartenbaubetriebe

Projektdaten und -partner

Für das Projekt Fachinformation für Gartenbaubetriebe zur Umstellung auf torffreie und torfreduzierte Kultursubstrate (FiniTo) haben sich folgende Lehr- und Versuchsanstalten sowie Forschungseinrichtungen an Hochschulen zusammengeschlossen:

Projekt-Laufzeit:

November 2022 – Oktober 2026

Unterschiedliche Substrate im Labortest Quelle: LWK NRW / Nele Marx

Unterschiedliche Substrate im Labortest Quelle: LWK NRW / Nele Marx

Regionale Fachstellen im Verbundvorhaben FiniTo

Regionale Fachstellen im Verbundvorhaben FiniTo