Fachagentur Nachwachsende RohstoffeEin Projektträger des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft

 

Projekte

Laubhölzer als Torfersatz zur Entwicklung von Pflanzsubstraten

gepresste Anzuchtsubstrate aus Laubholz

Ziel:

Für die Gemüseproduktion im Gewächshaus werden gepresste Anzuchtsubstrate, sogenannte Grow-Bags und Grow-Blocks, aus Laubhölzern entwickelt und unter praxisnahen Bedingungen in Pflanzversuchen als Torfersatz getestet.

Aufgaben:

  • Erzeugung von Fasermaterial aus schnell wachsenden Hölzern, die sich für torffreie bzw. torfreduzierte Pflanzenkultursubstrate eignen
  • Herstellung von gepressten Anzuchtsubstraten, sogenannten Grow-Bags bzw. Grow-Blogs, zum Vorziehen und zur Kultivierung von Gemüse in Gewächshäusern
  • praxisnahe Pflanzversuche zur Überprüfung der Substrate
  • Überführung der entwickelten Grow-Blocks und Grow-Bags in den Produktionsmaßstab

Status Quo:

Nadelholzfasern als Substratkomponente haben sich in den letzten Jahren als Torfersatz in der Erdenindustrie in gewissem Umfang etabliert. Holzfasern stehen als Substratausgangsstoff ganzjährig zur Verfügung und werden bereits konventionell in Anteilen von 20 - 40 % z. B. mit Torf, Rindenhumus, Grüngutkompost, Steinwolle oder Perliten zu Substratkombinationen gemischt. Aufgrund der zunehmenden Verknappung von Nadelhölzern und den damit verbundenen steigenden Rohholzkosten steigt das Interesse der Substrathersteller an alternativen Ausgangsstoffen.

Neben Pflanzsubstraten ist vor allem im professionellen Tomaten- und Gurkenanbau in Gewächshäusern die Verwendung von Grow-Blocks und Grow-Bags aus Mineralwolle Stand der Technik. Ein wesentlicher Vorteil der Pflanzsubstrate in verpresster Form ist, dass sie gebrauchsfertig mit einem geringeren Volumengewicht verfügbar sind.

Der Markt für Grow-Blocks und Grow-Bags wird momentan durch wenige Unternehmen dominiert. Grow-Blocks werden weltweit zu 90 % aus Mineral- bzw. Steinwolle hergestellt. Bei den Grow-Bags gibt es eine etwas größere Varianz der eingesetzten Medien. Ca. 60-70 % der Pflanzen im professionellen und hochtechnischen Gemüsebau werde auf Mineralwolle kultiviert. Weitere Produkte sind Perlite, Kokos und in geringem Umfang klassische Substrate auf Torfbasis.

Vorteile:

Aus der Substitution des Torfes zur Herstellung von Pflanzsubstraten sowie des Ersatzes der Mineralwolle für Grow-Blocks und Grow-Bags durch Laubholzfasern resultieren folgende Vorteile:

  • Unterstützung der Torfminderung durch die Entwicklung von Substratfasern aus Laubhölzern
  • Schutz ökologisch wertvoller Moorlandschaften
  • Schonung endlicher Ressourcen
  • Grow-Blocks/Grow-Bags aus Laubholzfasern und Protein bestehen zu 100 % aus natürlichen Ressourcen und sind nach ihrer Verwendung vollständig kompostierbar. Üblicherweise verwendete Grow-Blocks/Grow-Bags aus Mineralwolle müssen hingegen aufwendig entsorgt werden

Die Verwertung heimischer Laubhölzer für die Substratherstellung von Hobbyerden und Kultursubstraten leistet zudem einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der stofflichen Laubholznutzung.

Projektdaten und –partner:

Das Verbundvorhaben „Nutzung von Laubhölzern und Hölzern aus Kurzumtriebsplantagen als Torfersatz zur Entwicklung von Pflanzsubstraten, Grow-Bags und Grow-Blocks“ wird von folgenden Partnern realisiert:

Teilvorhaben 1 (22002118): Georg-August-Universität Göttingen

Teilvorhaben 2 (22027718): Kleeschulte Erden GmbH & Co. KG

Projekt-Laufzeit:

März 2019 – Februar 2022

Auf diesem Bild sind Links Buchenfasern und in der Mitte Erlenfasern zum Einsatz gekommen. Rechts Quer sieht man die Fichtenfaser basierten Gros; Bild: Uni Göttingen/Prof. Dr. Alireza

Auf diesem Bild sind Links Buchenfasern und in der Mitte Erlenfasern zum Einsatz gekommen. Rechts Quer sieht man die Fichtenfaser basierten Gros; Bild: Uni Göttingen/Prof. Dr. Alireza

Erlen-Grow-Bag 8 Wochen nach Umsetzen auf die Grow-Blocks; Bild: Uni Göttingen/Prof. Dr. Alireza

Erlen-Grow-Bag 8 Wochen nach Umsetzen auf die Grow-Blocks; Bild: Uni Göttingen/Prof. Dr. Alireza