Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe Ein Projektträger des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft

 

Projekte

 

SmartBio

Biogasanlagen als Akteur am Smart Market

Ziel

Im Rahmen von SmartBio soll technisch und ökonomisch geprüft werden, in wie weit die Flexibilität von Biogasanlagen einen Beitrag zum effizienten Betrieb von Stromnetzen leisten und eine Abregelung von PV- und Windenergieanlagen bei netzseitigen Problemen vermeiden könnte.

Der Projektansatz legt zu Grunde, dass die temporäre Zwangsabschaltung von PV- und Windenergieanlagen während lokaler Netzüberlastung verhindert werden soll indem Biogasanlagen ihre Einspeisung zu diesen Zeiten freiwillig reduzieren und zu einem späteren Zeitpunkt nachholen können. Die Integration von netztechnischen Anforderungen in den Fahrplan von Biogasanlagen ist temporär und lokal auf betroffene Netzcluster beschränkt. In diesen Phasen soll ein sogenannter „Smart Market“ etabliert werden, welche eine Ergänzung zu den existierenden Strom- und Regelleistungsmärkten bieten könnte. Der „Smart Market“ in einem bestimmten Netzcluster umfasst den marktbasierten Wettbewerb zwischen den lokal verfügbaren flexiblen Kapazitäten (u.a. auch Biogasanlagen), um die Einspeiseeinschränkungen ökonomisch effizient zu lösen.

Durch die Nutzbarmachung von sonst abgeregelten Strommengen aus Windkraftwerken und PV-Anlagen und dem damit verbundenen netzdienlichen Verhalten, soll eine Basis für mögliche zusätzliche Erlöse für flexible Biogasanlagen geschaffen werden. Diese Erlöse könnten einen Refinanzierungsbeitrag für einen wirtschaftlichen Anlagenbetrieb auch nach Auslaufen der 20-jährigen EEG-Vergütung leisten.

Die grundsätzlichen Einflussgrößen für eine Teilnahme an „Smart Markets“ sowie die technischen und ökonomischen Möglichkeiten von Biogasanlagen, auch im Wettbewerb mit anderen Flexibilitätsoptionen, sollen im Verbundprojekt SmartBio analysiert und bewertet werden.

Aufgaben

  • Definition von Biogasanlagenkonzepten und weiteren möglichen Flexibilitätsoptionen, sowie Netzengpassszenarien.
  • Entwicklung von möglichen Fahrplänen für Biogasanlagen, welche durch die Teilnahme an Smart Markets in Abhängigkeit der Netzengpasssituation geprägt sind.
  • Analyse der möglichen abgeregelten Strommengen aus PV und Windkraft, die in beispielhaften Netzregionen durch Biogasanlagen und einen „Smart Market“ gemindert werden könnten
  • Ermittlung und Interpretation von relevanten Einflussgrößen auf die Ergebnisse.
  • Berechnung des Kostenminderungspotentials eines „Smart Markets“ in der Bewirtschaftung von beispielhaften Netzclustern und der möglichen Erlössteigerung für flexible Biogasanlagen.
  • Untersuchung von Smart Markets als intelligentes Instrument zur Zusammenführung von Stromangebot und –nachfrage unter Berücksichtigung der physikalischen Restriktionen und Anforderungen der Verteilnetzebene.
  • Analyse und Bewertung der Chancen von Smart Markets für einen Post-EEG-Weiterbetrieb von flexiblen Biogasanlagen.

Status quo

Gemäß gesellschaftlich-politischem Konsens wird erneuerbarer Strom gefördert. Die Mehrkosten für erneuerbaren Strom werden auf den Strompreis umgelegt und von Stromverbrauchern getragen. Das Förder-/Umlagevolumen soll bei weiterem Ausbau der erneuerbaren Stromerzeugung nicht weiter erhöht werden. Die Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energieanlagen ist zu erhalten. Dazu können Effizienzmaßnahmen, sinkende Förderkonditionen sowie zusätzliche Erlöse für Netz- und Systemdienstleistungen beitragen.

Die flexible Strombereitstellung aus Biogas und damit die Fähigkeit die Erzeugungsleistung zeitlich zu verschieben ist in erster Linie durch den Gesetzgeber angereizt worden, um auf den allgemeinen Strombedarf an der Börse oder anderen Strommärkten reagieren zu können und weniger um sich an der Engpassbewirtschaftung beteiligen zu können.

Vorteile

  • zusätzliche Erlöse für flexible Biogasanlagen und Post-EEG-Weiterbetrieb
  • verminderte Abregelung von Strommengen aus PV und Windkraft
  • Senkung der Umlagekosten für Netz- und Systemdienstleistungen
  • Zusätzliche CO2-Einsparung

Projektdaten und -partner

Das Verbundvorhaben „Biogasanlagen als Akteur am Smart Market – Zusätzliches Erlöspotenzial heben“ (Förderkennzeichen 22405116, 22407317) wird umgesetzt vom Institut für neue Energie-Systeme an der Technischen Hochschule Ingolstadt (Modellbildung und Analyse) unter der Leitung von Prof. Dr. Uwe Holzhammer, sowie den Stadtwerken Rosenheim und der KWH Netz (Praktische Anwendung).

Projekt-Laufzeit:

Februar 2018 bis Juli 2020

 
Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe
Förderprogramm "Nachwachsende Rohstoffe"
Leitfaden Förderung
Leitfaden für das Einreichen von Skizzen und Anträgen im Rahmen des BMEL-Förderprogramms Nachwachsende Rohstoffe
 
Förderportal des Bundeseasy-OnlineFormularschrank des BMEL
 
 
 
Wettbewerb Bioenergie-Kommunen 2019
 
Basisdaten Nachwachsende Rohstoffe
 
Präsentation zum BioConceptCar
 

NawaRo für Kinder

Bauer Hubert
 
Die nachwachsende Produktwelt
 
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