Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe Ein Projektträger des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft

 

Projekte bis Mai 2015 - Details

Mehr Landschaftspflegematerial in bestehende Biogasanlagen - Multiplikation von praxiserprobten Lösungsansätzen zur energetischen Verwertung ungenutzter Potenziale aus der Landschaftspflege

Anschrift
Deutscher Verband für Landschaftspflege (DVL) e.V.
91522 Ansbach
Feuchtwanger Str. 38
Kontakt
Dr. Jürgen Metzner
Tel: +49 981 4653-3541
E-Mail: metzner@lpv.de
FKZ
22001811
Anfang
01.09.2011
Ende
31.12.2014
Aufgabenbeschreibung
Mit diesem Projekt möchte der DVL zusammen mit Landschaftspflegeverbänden das ungenutzte Potenzial an LAPF-Material erschließen und auf die Besonderheiten bei der Verwertung von LAPF-Material hinweisen. Ziel ist es eine Wertschöpfung aus Flächen zu generieren, die für eine herkömmliche landwirtschaftliche Nutzung nicht mehr geeignet sind. Mit dem Projekt sollen auch die Ziele der Bundesregierung (Koalitionsvertrag, Energiekonzept) sowie die anstehende Novellierung des EEG im Jahr 2011 im Hinblick auf die Nutzung von LAPF-Material als so genannter Reststoff konstruktiv flankiert werden. Hierzu kommt ein „Werkzeugkoffer" unterschiedlicher Maßnahmen bzw. Materialien zur Anwendung (Best Practice Sammlung, individuelle Beratung, Kurzleitfaden, Beratungsordner) um maßgeschneiderte Lösungen zur wirtschaftlich effizienten Verwertung von LAPF-Material zu finden. Der wichtigste Bestandteil soll ein Beratungsordner sein, der bei einem Neu- oder einem Umbau einer bestehenden Biogasanlage wichtige Unterstützung zu Fragen wie Standort- und Potenzialanalyse, energetische Bewertung von unterschiedlicher Landschaftspflegebiomasse, Betreibermodelle oder Finanzierungsfragen leistet. Arbeitsschritte/Instrumente: Identifikation von Pilotstandorten; Planung und Durchführung eines jährlichen Fachworkshops; Öffentlichkeitsarbeit, Erstellen eines Zusammenfassenden Umsetzungs-Leitfadens,Umsetzungsberatung , Pflege und Erweiterung der Best-Practice Sammlung, Erarbeitung Beratungsordner,
Ergebnisdarstellung
Das Landschaftspflegematerial erreicht vergleichsweise hohe Biogaserträge, die bei 50 bis 90 %, in Ausnahmefällen sogar bei 100 % einer für Biogasanlagen geeigneten Grassilage liegen können. Dies bestätigen Erfahrungen von Biogasanlagenbetreibern. Von entscheidender Bedeutung ist die Qualität des Ausgangsmaterials. Diese richtet sich nach: • Art des Biotoptyps • Zerkleinerungsgrad • Verholzung • Reinheit. Im Projektverlauf stellte sich heraus, dass eine komplette Umstellung der Biogasanlage auf Landschaftspflegematerial nur in seltenen Fällen möglich und sinnvoll ist. Vielmehr muss die Mitvergärung von Landschaftspflegematerial in den Fokus rücken. Ursache hierfür ist zum einen, dass nur in seltenen Fällen eine entsprechend große Menge an Landschaftspflegematerial vorhanden ist, die für eine komplette Umstellung der Biogasanlage rechtfertigt. Zum anderen stellt der Schritt zur überwiegenden Nutzung von Landschaftspflegematerial für die Biogasanlagenbetreiber eine wesentliche Veränderung der Betriebsführung dar, die an teils große Investitionen und Risiken gekoppelt ist. Wichtig für den Biogasanlagenbetreiber ist die klare Unterscheidung von Landschaftspflegematerial und Grünschnitt, denn die Herkunft des Materials entscheidet über die Art der Genehmigung für den Betrieb der Anlage. Ob die Vergärung den Auflagen des Abfallrechtes unterliegt richtet sich ebenfalls nach dieser Unterscheidung. Dieses und viele andere Themen bezüglich des Einsatzes von Landschaftspflegematerial in Biogasanlagen behandelt der im Projekt erarbeitete Beratungsordner „Vom Landschaftspflegematerial zum Biogas" auf fast 100 Seiten. Bestellt werden kann der Beratungsordner auf www.mulle.lpv.de oder direkt beim Deutschen Verband für Landschaftspflege.

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