Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe Ein Projektträger des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft

 

Projektverzeichnis - Details

Aufbau einer produktionsbegleitenden Test- und Versuchsanlage zur Herstellung versandfertiger Zwischenprodukte aus Pestwurz, Hagebutten und Weidenrinden

Anschrift
Ländliche Erwachsenenbildung Prignitz-Havelland e. V. - Schulungsstätte Friesack
Am Schillerpark 2
14662 Friesack
Kontakt
Elke Ball
Tel: +49 33235 507 -0
E-Mail: friesack@lebev.de
FKZ
22002500
Anfang
01.11.2000
Ende
31.10.2003
Ergebnisdarstellung
Pestwurz wurde bis dahin fast ausschließlich aus Wildsammlung gewonnen. Es stand daher kein kommerziell produziertes Pflanzgut zur Verfügung. Das Pflanzmaterial musste vielmehr in Handarbeit aus Wildbeständen gewonnen und aufbereitet werden. Erschwerend wirkte dabei, dass die vom kooperierenden Pharmaunternehmen gewünschte Pestwurzart (Petasites hybrides) nur ca. 5 % der Wildbestände ausmacht. Das Anbauverfahren ähnelt insgesamt dem Kartoffelanbau. Entsprechende Spezialtechnik kann für Pflanzung, Pflege und Ernte genutzt werden. Wichtig ist zunächst die Standortwahl sowie das Unterdrücken einer Frühverunkrautung. Nachdem die Bestände nach drei bis vier Jahren erntereif sind, konnten erst 2002 Proberodungen durchgeführt werden. Diese ergaben ein Ertragsniveau von ca. 400 dt/ha. Da der Arbeitsaufwand, abgesehen vom Jahr der Bestandesetablierung, relativ gering bleibt, wird mit Deckungsbeiträgen gerechnet, die diejenigen von Getreide deutlich übersteigen. Die Erstverarbeitungslinie (Wurzelwäsche, Trocknung, teils mit Solaranlage, und Zerkleinerung) wurde im wesentlichen planmäßig aufgebaut. Technologische Versuche zur Optimierung der Anlage mussten anfänglich noch mit Material aus Wildsammlung (Nebenprodukte aus der Pflanzgutgewinnung) durchgeführt werden. In der Wurzelwäsche waren zum Teil Erdmengen zu bewältigen, die ca. 50 Prozent der Erntemasse (FM) entsprachen. Dies unterstreicht die Notwendigkeit einer Verarbeitung ohne lange Transportwege. Zu beachten ist, dass die Ware bereits innerhalb von zwei Tagen nach der Wurzelwäsche verdirbt, wenn das Material nicht sofort in die Trocknung gegeben wird. Nach einer Grobzerkleinerung wird bei max. 45 °C über einen Zeitraum von ca. 10 Tagen getrocknet. Anschließend wird das Material mit einer Hammermühle vermahlen. Es steht dann ein verkehrs- und lagerfähiges Produkt zur Verfügung. Im kleineren Maßstab wurden auch praxisnahe Trocknungsversuche mit Hagebutten, Traubentrester, Ringelblumen und Weidentrieben durchgeführt.
Aufgabenbeschreibung
Im Rahmen des Projektes sollte eine Versuchsanlage für die Erstverarbeitung des Erntematerials der Arzneipflanzenarten Pestwurz (Petasites hybridus), Hagebutten (rosa vilosa) sowie Weiden (Salicaceae) errichtet und wissenschaftlich betreut werden. Hierzu sind insbesondere verfahrenstechnische Probleme in den Bereichen Trocknung, Wurzelwäsche, Zerkleinerung und Separierung zu lösen. Mit den Ergebnissen sollten für die Landwirte in der Region die Voraussetzungen für eine höhere Beteiligung an der Wertschöpfungskette zwischen pflanzlichem Ausgangsmaterial und Fertigarzneimittel verbessert werden. Im Ergebnis sollte insbesondere die Wirtschaftlichkeit des Pestwurzanbaus gesteigert werden. Dies sollte dazu beitragen, dass künftig auf Wildsammlungen in umweltsensiblen Gewässerzonen verzichtet werden kann. Ferner sollten Arbeitsplätze im ländlichen Raum erhalten und geschaffen.

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