Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe Ein Projektträger des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft

 

Projektverzeichnis - Details

Untersuchungen von biotechnologisch durch den Rotfäulepilz Heterobasidion annosum in vivo degradiertem Fichtenholz mit dem Ziel einer wertschöpfenden Nutzung

Anschrift
Georg-August-Universität Göttingen - Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie - Büsgen-Institut - Forstbotanik und Baumphysiologie
Büsgenweg 2
37077 Göttingen
Kontakt
Prof. Dr. Andrea Polle
Tel: +49 551 393482
E-Mail: apolle@gwdg.de
FKZ
22010403
Anfang
01.07.2004
Ende
30.09.2007
Ergebnisdarstellung
In diesem Vorhaben ist es erstmals gelungen, eine im Wald spontan ablaufende Transformation von Holz durch einen Weißfäulepilz - die Rotfäule - mit dem Ziel einer wertschöpfenden Verwertung zu nutzen. 1. Rotfaules Holz als Rohstoff für die Herstellung von Span- und Faserplatten: Die Untersuchungen haben gezeigt, dass durch Weißfäulepilze transformiertes Holz für die Herstellung von Holzwerkstoffen die folgenden Vorteile aufweist: (1) Der Energiebedarf bei der Zerrfaserung im Defibrator ist deutlich geringer als beim Einsatz von nicht befallenem Holz; (2) Für die Verleimung von Fasern und Spänen aus solchem Holz werden weniger Bindemittel benötigt. 2. Rotfaules Holz als Zusatz zu Pflanzensubstraten: Basierend auf diesen Aspekten und auch vor dem Hintergrund der knapper werdenden, nicht nachhaltig bewirtschafteten Ressource Torf können dem Torfersatz aus rotfaulem Fichtenholz sehr gute Marktchancen eingeräumt werden. Insbesondere auch, weil Holfasern bereits als Torfersatzstoff etabliert sind. Im Vergleich zu alternativen Ersatzstoffen für die Gartenbaubranche weist speziell das rotfaule Fichtenholz den Vorteil auf, dass es in großen Mengen in Deutschland verfügbar ist und es bisher in keiner wertschöpfenden Verwertung genutzt wird.
Aufgabenbeschreibung
Im Mittelpunkt steht die Nutzung von rotfaulem Holz zur Herstellung von Produkten mit höherwertiger Wertschöpfung. Dabei soll untersucht werden, in wie weit der Einsatz des in vivo biotechnologisch transformierten Holzes eine deutliche Energieeinsparung bei dem Aufschluss und eine Bindemittelreduzierung bei der Holzwerkstoffherstellung ermöglichen kann. Des Weiteren soll die Möglichkeit der Nutzung von rotfaulem Fichtenholz als Ausgangsmaterial zur Herstellung von hochwertigen Substraten untersucht werden, die als Torfersatz dienen können. Charakterisierung der hergesellen Faserstoffe und Holzspäne (Zerfaserung des Holzes in einem Refiner und Zerspanung des Holzes in einem Messerringzerspaner). Herstellung, Verfahrentechnische und praxisbezogene Untersuchungen der hergestellten Hozwerkstoffe. Umsetzung der Herstellungsverfahren vom Pilotmaßstab in den Industriemaßstab. Werkstoffprüfung und Produktanalyse. Aufarbeitung des rotfaulen Fichtenholzes als Pflanzensubstrat. Der Energiebedarf bei der Zerfaserung des durch den Weißfäulepilz transformierten Holzes soll bei der Zerfaserung im Refiner deutlich geringer sein als beim Einsatz vom nicht befallenem Holz.

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