Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe Ein Projektträger des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft

 

Projektverzeichnis - Details

Anbau von Hanf (Cannabis sativa L.) als Winterzwischenfrucht

Anschrift
Bergische Universität Wuppertal - Fachbereich D - Institut für Grundbau, Abfall- und Wasserwesen - Lehr- und Forschungsgebiet Boden- und Grundwassermanagement
42285 Wuppertal
Pauluskirchstr. 7
Kontakt
Prof. Dr. Jörg Rinklebe
Tel: +49 202 439-4057
E-Mail: rinklebe@uni-wuppertal.de
FKZ
22015811
Anfang
20.07.2012
Ende
30.11.2016
Aufgabenbeschreibung
Durch den Anbau von Hanf als Winterzwischenfrucht sollen die übergeordneten Ziele einer nachhaltigen Rohstoffbereitstellung, des Umweltschutzes durch Ressourcenschutz sowie eine Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Landwirtschaft erreicht werden. Die Gesamtziele des Projektes waren 1. Den Anbau von Hanf als Winterzwischenfrucht im Produktionsversuch zu untersuchen, 2. eine zusätzliche Wertschöpfung zu erzielen, 3. eine effizientere Nutzung der Anbauflächen innerhalb einer Fruchtfolgerotation, 4. vielfältige ökonomische und ökologische Vorteile. Die zentralen Fragen des Projektes waren: 1. Wirtschaftlichkeit / Verwertungsplan, 2. Faserausbeute. Insbesondere aus agrarökonomischer Sicht kann der Hanfanbau als Winterzwischenfrucht für die Weiterverarbeitung und Vermarktung von innovativen Agrarprodukten förderlich sein, da dann ganzjährig Hanfstroh und Fasermaterial zur Verfügung stehen. Die Erntebedingungen und der Aufschluss dieser Bastfasern können zur optimalen Verwertbarkeit und zu einer zusätzlichen Wertschöpfung für die Landwirtschaft beitragen. Die Nutzung von Faserprodukten ist vielfältig und kann z.B. in der Automobilindustrie zum Ersatz von Kunststoffen für Formteile oder Autoverkleidungen von Türen und Kofferräumen sowie in der Dämmstoffindustrie von Glas- und Steinwollmaterialien führen.
Ergebnisdarstellung
Der Hanf wurde im Praxisversuch als Winterzwischenfrucht und zum direkten Vergleich auch im Hauptfruchtanbau („Sommerhanf") angebaut. Pflanzen- und Bodenproben wurden während und nach der Wachstumsphase gewonnen und analysiert. Die Bodenuntersuchungen zeigten, dass die Versorgung mit den Hauptnährstoffen Stickstoff, Phosphor, Kalium und Magnesium zum Zeitpunkt der Aussaat jeweils in den Gehaltsstufen C lag (ausreichende Nährstoffversorgung). Die Standorteinflüsse, insbesondere die Wasserversorgung und die klimatischen Bedingungen während der Vegetationsperiode beeinflussen die Pflanzenentwicklung. Die Ernte erfolgte planmäßig, jedoch bestätigte sich, dass zukünftig landtechnische Entwicklungsleistungen hinsichtlich einer funktionalen und stabilen Erntetechnologie essentiell für den praktischen Hanfanbau sind. Die Aufbereitung der Hanffaser konnte technisch sehr gut vollzogen werden. Die Qualität der erzielten Hanffaser wird als außerordentlich hoch eingeschätzt. Die Ergebnisse zeigten, dass die Faserbündel sowohl des Sommer- als auch des Winterhanfs bezüglich der Faserbündelbreite, der Zugfestigkeit, des Zugmoduls und der Bruchdehung in die Spannbreite der in der Literatur angegebenen Daten fielen und auch mit jenen des „Sommerhanfes" ebenbürtig waren (Ausnahme Zugfestigkeit Winterhanf). Bezüglich der Faserbündelbreite und der Bruchdehnung bestanden nahezu keine Unterschiede zwischen Sommer- und Winterhanf. Die Zugfestigkeit und der Zugmodul waren für den Sommerhanf höher als für den Winterhanf. Diese Unterschiede waren maßgeblich auf den unterschiedlichen Anbauzeitraum und die Röste zurückzuführen, beeinträchtigten jedoch nicht die weitere Verarbeitbarkeit. Forschungsarbeiten sollten fortgeführt werden, um eine ausgewogene Praxisreife zu ermöglichen. Die erzielten Hanfqualitäten wurden erfolgreich in den Produktionsprozess integriert und in verschiedenen Anwendungen für hochwertige Produkte wie Türverkleidungen o.ä. Teile für Automobile genutzt.

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