Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe Ein Projektträger des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft

 

Projektverzeichnis - Details

Verbundvorhaben: Genetische und molekulare Analyse der Eignung von Hybridroggen für die Biogasproduktion unter Trockenbedingungen; Teilvorhaben 2: Schätzung quantitativ-genetischer Parameter und QTL-Analyse der Biomasse- und Körnerleistung

Anschrift
Universität Hohenheim - Landesanstalten & Versuchsstation - Landessaatzuchtanstalt
70599 Stuttgart
Fruwirthstr. 21
Kontakt
Prof. Dr. Thomas Miedaner
Tel: +49 711 459-22690
E-Mail: miedaner@uni-hohenheim.de
FKZ
22019407
Anfang
01.04.2009
Ende
30.06.2012
Aufgabenbeschreibung
Eine wesentliche Voraussetzung für eine wettbewerbsfähige Bioenergieproduktion in Deutschland sind preisgünstige Rohstoffe. Roggen bietet hier eine günstige Basis, da nur etwa 23% der Roggenernte für die Broterzeugung benötigt werden und die Hybridsorten auch auf trockenheitsgefährdeten Standorten eine sehr hohe Produktivität zeigen. Angesichts der Erweiterung der Märkte nach Osteuropa und den Folgen des Klimawandels wird es in Zukunft wichtig, eine hohe Biomasseproduktion mit verbesserter Trockenheitstoleranz zu verbinden. Ziel des Projektes ist es deshalb, Bereiche im Roggengenom zu finden, die spezifisch zur Ausprägung beider komplex vererbter Merkmale beitragen. Es werden ein divergentes Roggensortiment sowie zwei spaltende Biparentalpopulationen mit je 220 Linien in umfangreichen Feldversuchen in Deutschland und Polen unter Normal- und Trockenstressbedingungen (bewässert/nicht bewässert) geprüft. Da Roggen in Form von Ganzpflanzensilage (GPS) und/oder Korn für die Biogasproduktion eingesetzt wird, soll neben der Gesamttrockenmasse zur Milchreife auch der Kornertrag zur Druschreife geprüft werden. Parallel werden die insgesamt 440 Linien mit ca. 600 polymorphen molekularen Markern, die das gesamte Genom möglichst gleichmäßig abdecken sollen, analysiert. Eine nachfolgende QTL-Analyse zeigt, wie viele und welche Genombereich für die erfassten Merkmale verantwortlich sind und welchen Beitrag einzelne QTL liefern. Gefundene, eng mit Markern gekoppelte QTL können funktional charakterisiert und gezielt in das Zuchtmaterial eingekreuzt werden. Eine solche Anwendung innovativer Markertechniken kann für beide Merkmale den Zuchtgang wesentlich beschleunigen und in Zukunft die sehr zeitaufwändige, teure und häufig ungenaue Phänotypisierung unter Stressbedingungen teilweise ersetzen. Die wissenschaftliche Ergebnisse werden bei nationalen und internationalen Tagungen und in peer-referierten Zeitschriften publiziert.

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