Fachagentur Nachwachsende RohstoffeEin Projektträger des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft

 

Projektverzeichnis - Details

Verbundvorhaben: Neue Absatzmärkte für Gärprodukte durch Aufbauagglomeration mit Sekundärstoffen; Teilvorhaben 2: Ökonomische Analyse - Akronym: Skarabaeus

Anschrift
Humboldt-Universität zu Berlin - Lebenswissenschaftliche Fakultät - Albrecht Daniel Thaer-Institut für Agrar- und Gartenbauwissenschaften - FG Ökonomik der Gärtnerischen Produktion
Invalidenstr. 42
10115 Berlin
Kontakt
Prof. Dr. Wolfgang Bokelmann
Tel: +49 30 2093-46332
E-Mail schreiben
FKZ
22032318
Anfang
15.02.2019
Ende
31.12.2020
Ergebnisverwendung
In Deutschland existieren ca. 9.000 Biogasanlagen, die sich v.a. auf die Regionen Niedersachsen/ NRW sowie Süddeutschland konzentrieren und ca. 82 Mio.t Gärrückstände im Jahr produzieren (davon ca. 330.000 t separiert in Niedersachsen). Sinkende Vergütungsätze für Strom, das Wegfallen von Boni und steigende gesetzliche Anforderungen führen dazu, dass Exporte zunehmen, die Entsorgungskosten gebietsweise auf 25€/t ansteigen, der Einsatz pflanzlicher Substrate zurückgeht und der Anlagenbestand insgesamt abnimmt. Der Gartenmarkt ist von einem hohen Wettbewerb zwischen den Düngemittelherstellern mit breitem Produktangebot sowie stetig steigenden Rohstoffpreisen gekennzeichnet. Der Einkauf von Düngemitteln erfolgt zu 93% im stationären Einzelhandel, doch nimmt der Versandhandel zu (Dahlin 2016). Vereinzelt werden Gärprodukte bereits in Form von Presspellets an Hobbygärtner vermarktet. Die Preise schwanken zwischen einem und sechs Euro in Abhängigkeit zum Bestimmungsgebiet und Gebindegröße. Häufig sind die Produkte für den Ökolandbau zugelassen oder anderweitig zertifiziert. Eine Spezialisierung der Düngemittel auf verschiedene Kulturen ist i.d.R. nicht gegeben. Über die Akzeptanz bei Privatgärtnern lässt sich noch keine generelle Aussage treffen, weshalb die Herkunft der Stoffe bei der Kundenansprache vorsichtshalber nicht hervorgehoben werden sollte. Doch besteht im Allgemeinen eine zunehmende Nachfrage nach organischen, nachhaltig produzierten Düngern sowie Recyclingprodukten. Das grundsätzliche Absatzpotenzial liegt bei ca. 36 Mio. Privatgärtnern und 57 Mio. Personen mit Balkon/Terrasse. Die Ausgaben für Düngemittel liegen bei etwa 3-5€ pro l oder kg. Aufgrund abnehmenden Gartenwissens sollten die Produkte selbsterklärend und einfach in der Anwendung sein. Der Profigartenbau fordert eine hohe Qualität der Düngemittel. Experten sehen die Vermarktung somit eher im Privatbereich. Akzeptiert aber werden Mehrkosten von einem Euro (bzw. bei Langzeitdüngern zwei Euro).
Aufgabenbeschreibung
Ziel des Projektes war es, maßgeschneiderte mineralische-organisch Düngerprodukte auf der Grundlage von festen Gärresten aus NawaRo-Biogasanlagen zu entwickeln. Auf diese Weise sollen Absatzmärkte für die Gärreste insbesondere im nicht-landwirtschaftlichen Sektor geschaffen und so deren stoffliche Verwertung im Sinne des Kreislaufwirtschaftsgesetzes ermöglicht werden. Kernaufgabe des Projekts war die Entwicklung von mindestens drei verschiedenen Düngerprodukten, in Form eines Gemüse-, Rasen- und Blühpflanzendüngers mit jeweils entsprechend angepassten Produkteigenschaften. Die konkrete Umsetzung des Vorhabens erfolgte in drei Teilprojekten. Im Rahmen des Teilprojekts 2 "Ökonomische Analyse" führte die HU Berlin eine Markt- und Produktpotenzialanalyse zur Identifizierung von Bedarf, technischen und ökonomischen Produktanforderungen und Absatzmöglichkeiten der Produkte auf dem Düngemittelmarkt für den Hobby-Bereich als auch den Erwerbsgartenbau durch. Mit der ersten von zwei Phasen des Vorhabens und dem ersten Meilenstein sollte so eine vorläufige Bewertung der Marktchancen bzw. Marktsegmente sowie möglicher Marktrisiken für die zukünftigen Produkte erfolgen. Zudem wurden Entsorgungsaktivitäten und Kosten der Biogasanlagenbetreiber ermittelt. Im Rahmen einer Wettbewerbsanalyse wurden die bedeutendsten Konkurrenzunternehmen und Produkte betrachtet. Die hieraus formulierten Anforderungen an das neue Produkt konnten somit bereits bei der Entwicklung mitberücksichtigt werden. Die Ergebnisse haben somit wesentlichen Einfluss auch auf das finale Produktdesign der Düngeragglomerate.

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