Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe Ein Projektträger des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft

 

Projektverzeichnis - Details

Energetische Verwertung von kräuterreichen Ansaaten in der Agrarlandschaft - eine ökologische und wirtschaftliche Alternative bei der Biogasproduktion (Phase II)

Anschrift
Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau - Abt. Landespflege - Sachgebiet L 1 - Landschaftspflege und -entwicklung
97209 Veitshöchheim
An der Steige 15
Kontakt
Dipl. Ing. Martin Degenbeck
Tel: +49 931 980-1407
E-Mail: martin.degenbeck@lwg.bayern.de
FKZ
22038211
Anfang
01.03.2012
Ende
31.05.2015
Aufgabenbeschreibung
Im Projekt werden mehrjährige, wildartenreiche Saatmischungen entwickelt, die neben konventionellen Energiepflanzenkulturen wie Mais zur Biogasgewinnung angebaut werden können. Ziel ist es, die Agrarlandschaft durch vielfältige blüten- und strukturreiche Pflanzenbestände zu bereichern, zusätzliche wertvolle Lebensräume, Nahrungsquellen und Rückzugsräume für die heimische Fauna zu schaffen und Anbaualternativen z.B. für erosionsgefährdete Standorte oder Grenzertragslagen bereitzustellen. Die Mischungen bestehen aus wuchsstarken, spätblühenden Wild- und Kulturarten, die mit Vertretern des floristischen Artenschutzes abgestimmt wurden. Einige enthalten als mehrjährige Wildpflanzen ausschließlich heimische Arten, andere auch Arten außereuropäischer Herkunft. Sie sind entweder auf trockene oder auf mäßig-frische Standorte abgestimmt und für die Bestandsgründung in Direktsaat oder als Untersaat unter Mais oder Sommergerste konzipiert. Um die Artzusammensetzung der Saatmischungen für die Biogasproduktion zu optimieren, wurden in Bayern, Niedersachsen und Brandenburg jährlich ackerbauliche Versuche mit den verschiedenen Mischungsvarianten angelegt und Biomasse- und Energieerträge der Pflanzenbestände in Abhängigkeit von Standjahr, Erntetermin und Artzusammensetzung untersucht. Außerdem gab es Versuche zur Düngung und Bodenuntersuchungen. Daneben flossen zur Weiterentwicklung des Anbausystems die Erfahrungen von Landwirten und Biogasanlagenbetreibern ein. Faunistische Begleituntersuchungen zur Habitatnutzung an Honigbienen, Feldvögeln, Spinnen und Insekten dienten der naturschutzfachlichen Bewertung der Ansaatflächen.
Ergebnisdarstellung
Bei allen untersuchten Tierartengruppen wiesen die Wildpflanzenbestände höhere Arten- und Individuenzahlen auf als benachbarte Maiskulturen. Die Anzahl gefährdeter Arten war ebenfalls deutlich höher. Honigbienen und andere Blütenbesucher nutzten die Ansaatflächen als wichtige Nektar- und Pollenquelle bis in den Spätsommer, wenn im Umfeld fast nichts mehr blüht. Die Winterstabilität der Honigbienenvölker verbessert sich dadurch eindeutig. Der Großteil der Landwirte kam gut mit den Energiepflanzenmischungen zurecht. Die Konservierung des Erntematerials als Silage war problemlos möglich, die Verwertung konnte mit der vorhandenen Technik erfolgen. Die Düngeversuche erlaubten eine deutliche Reduzierung der empfohlenen Stickstoffdüngung, die herbstlichen Nmin-Gehalte liegen auf einem sehr niedrigen Niveau. Der optimale Termin, der zu den höchsten Methanerträgen führte, differierte je nach Mischung und Standjahr. Er liegt im ersten Standjahr meist im September. Ab dem zweiten Standjahr wird bei den Mischungen mit heimischen Stauden etwa Mitte Juli geerntet, bei jenen mit Stauden außereuropäischer Herkunft zwischen Ende August und Anfang Oktober. Gerade in Jahren mit extremer Witterung wie 2013 und 2015 bieten die mehrjährigen Wildpflanzenmischungen eine höhere Ertragssicherheit als einjährige Kulturen. Momentan liegt das Ertragsniveau etwa bei 50-60% des Trockenmasse-Ertrags von Silomais, der Methanhektarertrag bei knapp 50%. Im Vergleich zu intensiven einjährigen Kulturen können Arbeitsgänge und Produktionsmitteleinsatz dabei deutlich reduziert werden. Nur bei geringen Flächenkosten ergaben sich daraus mit Silomais vergleichbare wirtschaftliche Ergebnisse. 2014 wurde wegen der zu beobachtenden Artenverarmung ab dem 3. Standjahr und den limitierten Perspektiven zur Ertragssteigerung die heimische Mischung grundlegend umgebaut. Mit geringen Anpassungen der Mischungen ist entweder eine ökologische oder ökonomische Optimierung möglich.

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