Fachagentur Nachwachsende RohstoffeEin Projektträger des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft

 

Projektverzeichnis - Details

Verbundvorhaben: Biogasanlagen als Akteur am Smart Market – Zusätzliches Erlöspotenzial heben; Teilvorhaben 1: Modellbildung und Analyse - Akronym: SmartBio

Anschrift
Technische Hochschule Ingolstadt - Zentrum für Angewandte Forschung (ZAF)
Esplanade 10
85049 Ingolstadt
Kontakt
Prof. Dr.-Ing. Uwe Holzhammer
Tel: +49 841 9348-5025
E-Mail schreiben
FKZ
22405116
Anfang
01.02.2018
Ende
15.12.2021
Ergebnisverwendung
Flexible Biogasanlagen sind ein wichtiger Bestandteil des marktbasierten Engpassmanagements und können sowohl beim "Leistungssaldo reduzieren" als auch beim "Leistungssaldo erhöhen" einen großen Beitrag zur Kostenreduktion des Engpassmanagements und der Vermeidung von EE-Abregelung leisten. Die Verfügbar-keit von Biogasanlagen hängt stark vom Anlagenkonzept (Flexfaktor und Gasspeichergröße) im Zusammen-spiel mit der Engpasscharakteristik ab. So stehen strompreisgeführte Biogasanlagen mit hohem Flexfaktoren bei kurzen Engpässen zur Mittagszeit (z.B. in Bayern) oft nicht zum Einsenken zur Verfügung – tragen aber auch nicht zur Engpasssituation bei. Bei längeren Engpasssituationen in Schleswig-Holstein oder in Bayern (z.B. Signal "Leistungssaldo erhöhen") ist für alle modellierten Anlagenkonzepte eine Engpassbewirtschaftung über den Smart Market möglich. Auf Grund der hohen installierten Leistung - im Vergleich zu flexiblen Lasten – können bei erfolgreicher Marktteilnahme große Energiemengen zur Engpassbewirtschaftung durch Biogas mit geringem CO2-Ausstoß bereitgestellt werden. Besonders gute Chancen auf Zusatzerlöse am Smart Market haben Biogasanlagen durch niedrige Gebote beim Signal "Leistungssaldo reduzieren". Hier bewegen sich die spezifischen Erlöspotentiale am Smart Market zwischen 22 und 76 €/MWh, was im Szenariojahr 2025 - ab-hängig von der Aktivität am Smart Market - eine jährliche Steigerung der Markterlöse der Stromproduktion von ca. 0 bis 44 % ergibt. Da die Gebote der Biogasanlagen beim Signal "Leistungssaldo erhöhen" näher an der Kostenobergrenze liegen und auch häufiger preissetzend sein können, fällt das Potential für Zusatzerlöse geringer aus. Die spezifischen Zusatzerlöse liegen hier zwischen ca. 0 und 35 €/MWh, was im Szenariojahr 2025 eine jährliche Steigerung der Markterlöse der Stromproduktion von ca. 0 bis 6 % ergibt.
Aufgabenbeschreibung
Erneuerbarer Strom aus Biogasanlagen weist im Vergleich zu anderen erneuerbaren Erzeugungstechnologien relativ hohe Gestehungskosten auf. Im Gegensatz zur volatilen Stromproduktion mit Windkraft- und PV-Anla-gen können flexible Biogasanlagen ihre Stromproduktion jedoch gezielt anpassen und dadurch auf Preissig-nale aus verschiedenen Märkten reagieren. Biogasanlagen können diese Flexibilität nutzen, um sinkender Förderintensität durch EEG oder KWKG entgegenzuwirken. Das Projekt SmartBio untersucht, welche Zusatz-erlöse Biogasanlagen bei der Teilnahme an einem marktbasierten Engpassmanagementregime realisieren können. Voraussetzung für Zusatzerlöse an einem solchen Markt ist die Umstellung des Engpassmanage-ments in Deutschland vom derzeit kostenbasierten System auf ein marktbasiertes System. Ein marktbasiertes Design nach dem Smart Market Ansatz ermöglicht dabei, dass Biogasanlagen zur Kostenreduktion der deutschlandweiten Engpassbewirtschaftung beitragen und hierbei Zusatzerlöse erwirtschaften können. Diese Zusatzerlöse werden im Rahmen des Forschungsvorhabens für verschiedene flexible Biogasanlagenkonzepte und repräsentative Engpasssituationen in Nord- und Süddeutschland im Jahr 2025 quantifiziert.

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