Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe Ein Projektträger des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft

 

Projektverzeichnis - Details

Verbundvorhaben Mykotree: Erhöhung der Pflanzenausbeute und des Biomasseertrags schnellwachsender Gehölze für geringwertige Standorte durch den Einsatz in-vitro vermehrter arbuskulärer Mykorrhizapilze, Teilvorhaben 1: Etablierung der in-vitro-Vermehrung sowie Ermittlung von Wachstums- und Leistungsparametern

Anschrift
Baumschulen Oberdorla GmbH
Burgstr. 57
99986 Oberdorla
Kontakt
Dr. Hardy Dembny
Tel: +49 3601 7514-26
E-Mail: biotec@baumschulen-oberdorla.de
FKZ
22028507
Anfang
01.06.2008
Ende
31.03.2012
Ergebnisdarstellung
Mykorrhizierung fördert deutlich den Biomassezuwachs der untersuchten Gehölze, insbesondere das Dickenwachstum. Dieser Effekt ist wesentlich von der Wachstums-bedingungen der Bäume sowie innerhalb einer Vegetationsperiode vom Zeitpunkt der Inokulation der Mykorrhiza-Pilze abhängig. Frühzeitige Inokulation der Pflänzchen zu Beginn der Kulturphase ex vitro vergrößert die Wirkung der Mykorrhizierung. Optimale Wachstums-bedingungen für das Pflanzenwachstum lassen die zusätzliche Stimulierung durch Mykorrhizierung ebenso geringer ausfallen, wie extrem schlechte Wachstumsbedingungen eher indifferente Ergebnisse liefern. Insbesondere Vogelkirschen sind für extrem schwache Standorte (AZ unter 25) nicht geeignet. Neuartige Kultur- und Applikationsformen (Sporen-suspension auf Bewurzelungsmedien in Kulturtrays) ermöglichen eine frühzeitige Inokulation der Pilze. Eine direkte Mykorrhizierung während der Wurzelbildung in vitro konnte wegen der extrem unterschiedlichen Kulturbedingungen der beiden Partner im In-vitro-Milieu nicht erreicht werden. Mykorrhizierung verstärkt die Anpassungsfähigkeit an geringwertige Standorte und erhöht den Biomassezuwachs auch von Gehölzen aus der In-vitro-Vermehrung insbesondere bei Applikation der Sporen während der Überführungsphase. Eine direkte Mykorrhizierung in vitro ist wegen inäquater Entwicklungsbedingungen von Pflanzen in vitro und AMP wirtschaftlich nicht machbar. Die Entwicklung der applizierten Mykorrhiza auch am natürlichen Standort (Versuchsflächen) konnte nachgewiesen werden; die Überlagerung mit autochthoner Mykorrhiza erschwert jedoch die Aussage.
Aufgabenbeschreibung
Ziel ist die Senkung der Mortaliätsrate während der Freisetzung und die Steigerung der Biomasseproduktion von in-vitro vermehrten Gehölzen durch Zusatz von in-vitro kultivierten arbuskulären Mykorrhizapilzen. Mit dem Artenspektrum wird eine breitere Nutzungsmöglichkeit ökologisch interessanter Pflanzungen angestrebt, die wegen der mit der Mykorrhizierung verbundenen Leistungssteigerung besonders auf geringwertigen Standorten interessant wird. Dazu erfolgt die In-vitro-Kultivierung von Aspen und Vogelkirschen in Gegenwart von in-vitro vermehrten Sporen arbuskulärer Mykorrhizapilze. Die erhaltenen mykorrhizierten Pflanzen sind an unterschiedlichen standorten, die auch extreme Standorte einschließen, einzeln und in Kombination freizusetzen und bezüglich Mortalitätsrate und Biomassezuwachs zu untersuchen. Die Ergebnisse und entwickelten Methoden sollen neue Möglichkeiten der Nutzung geringwertiger Standorte zur Produktion von Energie- und Wertholz eröffnen. Gezeigt werden soll, wie mit neuen forstwirtschaftlich leistungsfähigen Klonen von Vogelkirsche und Aspe eine größere genetische Vielfalt im Vergleich zu traditionell verwendeten Klonen von Pappel und Weide erreichbar ist.

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